Ein Nachmittagsgespräch über Neunaugen, Petermännchen und den Nacktmull

 

Er zur ihr: „Und? Was erlebt?“
Sie zu ihm (kurz angebunden, kürzer geht’s nicht): „Nö.“
Er beugt sich wieder über sein Tierkreuzworträtsel in seiner Lieblingszeitschrift „Heim und Tier“.

Er: „Sag mal ein Tier mit 13 Buchstaben.“
Sie überlegt, murmelt etwas Unverständliches und kümmert sich wieder um ihren Topfnapfkuchen.
Er: „Was hast Du gesagt?“
Sie: „Petermännchen.“
Er: „Wie witzig.“
Sie, nickend auf sein Kreuzworträtsel: „Das Tier mit dreizehn Buchstaben. Petermännchen.“
Er: „Ach.“

Zehn Minuten später.
Er: „Hast recht. Gib’s ja gar nicht. Und kennst du ein Tier mit ‚Auge‘ im Namen?“
Sie: „Neunauge.“
Er schluckt verunsichert: „Manchmal bist du mir unheimlich.“

Er: „Und, sag mal, wie heißt noch dieses Tier mit den Zähnen. Du weißt schon. Nackig und häßlich wie die Nacht. Irgendwas mit Mummel oder so.“
Sie überlegt nicht eine Sekunde, hebt nicht den Kopf, zuckt nicht, guckt angestrengt auf ihren im Ofen aufgehenden Schokoglasurtopfnapfkuchen: „Nacktmull.“
Er: „Wußte ich’s doch. Hätte ich auch gesagt.“

One comment on “Ein Nachmittagsgespräch über Neunaugen, Petermännchen und den Nacktmull

  1. schindelschwinger sagt:

    hallo bruder, danke für den tee und das gespräch. was ich samstag noch über stachelrochen erzählen wollte: ein kumpel von mir, minentaucher der bundesmarine, berichtete mir mal von einer übung. Dabei war es aufgabe der männer gewesen, mit abgeklebter tauchermaske (also quasi blind) einen bestimmten bereich des meeresbodens nach fässern abzusuchen, die dort unten an leinen verankert waren, sodass diese nicht auftrieben. Sobald eines dieser fässer gefunden war, hatten die männer die aufgabe, diese mit ihrem tauchermesser loszuschneiden. Nun war es so, dass mehrere taucher gleichzeitig unten waren und einer, der wohl besonders nervös war und zuvor etwas über stachelrochen gelesen hatte, tauchte ohne es zu bemerken sehr dicht an einem seiner kameraden vorbei, der wiederum gerade damit beschäftigt war, ein fass loszuschneiden. Die dabei ausgeführte hin- und herbewegung führte wohl dazu, dass er dem nervösen kameraden versehentlich seine messerspitze ins bein rammte. Dieser voller panik und die stachelrochenlektüre im hinterkopf, tauchte daraufhin entsetzt an die wasseroberfläche, durchbrach diese, riss sich die maske vom kopf und schrie aus leibeskräften: S T A A A C H E E E L R O C H E E E E E E N N N N !!!!!

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