Unwägbarkeiten

Es gibt Wörter, die kann man sich einfach sofort merken, z.B. „Imponderabilien“, aber nicht schreiben, z.B. ebenfalls „Imponderabilien“. Beweis: Beim ersten „Imponderabilien“ musste ich dreimal ansetzen, bis es ungefähr so aussah, wie ich mir vorstelle, wie „Imponderabilien“ auszusehen hat, obwohl ich genau wußte, dass ich wußte, was es heißt und dass ich es schreiben wollte. Oder so.

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Imponderabilien bedeutet „Unwägbarkeiten“ und ist, soweit ich mich erinnere, ein Begriff aus der Bilanzierung. Es beinhaltet (heißt das jetzt bein-haltet oder be-inhaltet?) die Posten der Bilanz, bei denen man sich nicht so sicher ist, ob sie einem noch gehören, gehören werden oder jemals gehört haben. Das ist ungefähr so, wie mit Schneekatastrophen. Man kann sie ankündigen, man kann darauf hinweisen, dass wir mal eine hatten (im vorigen Jahrtausend als Twix noch Raider hieß), oder man kann behaupten, dass es nie wieder eine geben werden wird, eine Schneekatastrophe, wegen der Klimakastrophe. Oder so.

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Für weitere Informationen zu Imponderabilien verweise ich wie immer auf Leute, die verstehen, wovon sie reden, wenn sie schreiben: http://de.wikipedia.org/wiki/Imponderabilien.

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Für mich ist der Begriff „Imponderabilien“ das einzige Wort, das denselben Rang einnimmt wie „Hooliganism“, was nichts anderes bedeutet als wie „Rauditum“. Wer oder was ist „Raudi“?

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Der Witz mit „beinhaltet“ und ob man es „bein-haltet“ oder „be-inhaltet“ ausspricht und warum es so komisch aussieht wenn man es schreibt, entstammt dem Holywoodianischen Reich der Filmindustrie. Die Frau da sagt das als sie diesem Mann da einen Brief schreibt, ihr wißt schon: „Besser gehts nicht“ mit Jack Nicholson und Helen Hunt.

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P.S. Am anstrengendsten ist Kommasetzung und die Unterscheidung zwischen „bedeutet wie“ und „bedeutet als“, wovon das eine gehen soll, das andere nicht. Was auf keinen Fall geht, ist „bedeutet als wie“.

One comment on “Unwägbarkeiten

  1. 1.Stock Fan sagt:

    In diesem Zusammenhang fällt mir ein, dass ich gelegentlich von Beinahekatastrophen höre. Ein Wort, das mich ähnlich wie die Kata-strophe (Kataschtrohfe, wie man im Süddeutschen liebevoll sagt) ganz wuschig macht. Und zu der Frage, ob es sich dabei eigentlich um bein-nahe-katasptrophen oder bei-nahe-katastrophen handelt, oder um Was?
    Daisy wäre dem zu Folge (demzu-folge, auch ein fröhliches Wort) wohl ein bein-nahes-Schneechaos geworden. Spricht man bei der Vielzahl aller Schneeandrohungen eigentlich von nahenden Schneechaossen- oder chaossi?
    Lieber Blogbetreiber aus dem 4.Stock: da habe ein Wort für dich. Eines mit ganz viel herrlichem Tätäräh, Tam-Tam & Tanteratantum : ein Singulariatantum. Manche armen Wörter haben nämlich Keinen, bzw leiden an einem solchen bösartigen Tantum. ZBsp das bedauernswerte Weltall oder der Schlaf, den mir deine Sicht aus dem 4. Stock ab und zu raubt, wenn draußen das sehnlich erwartete gemeine Chaos ausbleibt.
    Herzlichst
    1 Fan aus dem 1. Stock

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