Ridikül

„Hallo Hans. Was machst Du da am Fenster?“
„Ich gucke.“
„Ach, wir dachten, du willst springen.“
„Wieso das denn?“
„Na, du stehst da mit nacktem Oberkörper auf der Fensterbank, das Fenster weit offen und das im vierten Stock.“
„Das mach ich nur zum Spass. Und natürlich beim Fensterputzen.“

„Hans, sag mal ein Wort, das wir noch nicht kennen.“
„Ridikül.“
„Super, Hans. Kannst Du das nochmal sagen?“
„Ridikül.“
„Das sieht so wunderbar aus, wenn du das sagst. Dein spitzer Mund beim ‚ü‘. Herrlich.“
„Ridikül.“
„Ist ja gut. Wir wissen jetzt Bescheid. Hans?“
„Ja?“
„Kommst du jetzt von der Fensterbank runter?“
„Klar, kein Problem.“

„Hans, was bedeutet denn ridikül?“
„Ich glaube: lächerlich. Fontane hat das in seinen Romanen verwendet.“
„Du kennst Fontane?“
„Aber sicher das. Herr von Ribbeck auf Ribbeck, kennt doch jeder. Und ridikül.“
„Zauberhafter Zug um deinen Mund, Hans. Wirklich zauberhaft. “
„Uexküll. Übel. Ürügüay.“
„Tschüs, Hans.“

One comment on “Ridikül

  1. firstfloorfan sagt:

    I love you – Hüüns !

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