Bremerhaven

„Hans! Wir haben gehört, Du hattest einen Alptraum. Stimmt das?“
„Ich hab‘ geträumt, ich wäre in Bremerhaven.“
„Ach da. Das ist schlimm.“
„Ich war in einer Fischfabrik.“
„Ja?“
„Ich war da drin.“
„Hans. Tolle Sache das. Wir wissen jetzt Bescheid.“
„Ich war auf dem Laufband.“
„Auf welchem Laufband?“
„Na, das mit den Fischstäbchen.“
„Hast Du da auf dem Laufband gesessen oder gejoggt oder wie?“
„Ich war ein Fischstäbchen.“
„Oh, Gott, wie grausam.“
„Sag ich ja.“

„Du hast geträumt, Du wärst ein Fischstäbchen?“
„Mhpft.“
„Warst Du schon paniert?“
„Ja. Normale Panade.“
„Und auch schon angebrutzelt und schockgefrostet?“
„Ich glaube ja. Ich war gerade auf dem Weg zur Verkostung.“
„Verkostung?“
„Ja, unterwegs zu den Testessern in ihren Kitteln. Ich war ein rechteckiger panierter Kasten aus Fisch zum Probieren.“
„Gab’s da Ketschup und Mayonaise?“
„Das ist jetzt nicht witzig. Ich heul gleich.“
„Aber Hans, das war doch nur ein Traum. Du bist gar kein Fischstäbchen. Jedenfalls nicht im Moment.“
„Sicher?“
„Gaaanz sicher, Hans. Fischstäbchen sehen auch ganz anders aus. Aber warte mal…“
„Was denn?“
„Ich glaube, Du hast da noch eine Gräte am Haar.“
„Wowowowo?“
„War nur ein Witz, Hans. Und nächstes Mal suchst Du Dir was anderes für deinen Alptraum. Vielleicht Chickenwings. Oder Toast-Hawaii. Ok?“
„Ok.“
„Du, Hans?“
„Ja?“
„Was fühlt man denn so als Fischstäbchen?“
„Ich glaube irgendwie gar nichts.“
„Danke für die Informationen, Hans.“

One comment on “Bremerhaven

  1. schindelschwinger sagt:

    ..sieht lecker aus. ich glaub ich mach mir diese woche mal welche, mjam!

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