Sebastian Vettel gibt niemals auf

Da bin ich ganz sicher. Der nicht. Der gibt niemals auf. Und wenn der fünfzig Mal nacheinander ausscheidet, weil der Motor kaputt ist oder die Bremse oder ihm jemand reinfährt oder er jemand anderem oder es regnet oder schneit oder der Himmel stürzt ein. Sebastian Vettel gibt niemals auf. Der zeigt den Pole-Position-Finger, den aufrechten, supergestreckten, leicht zitternden Zeigefinger in die Kamera und freut sich auf das Rennen. Immer. Vor dem Ausscheiden und vor dem nächsten Rennen. Sebastian Vettel. Siegertyp, nicht weil er immer gewinnt, sondern weil er immer den Gewinn erwartet.

Also mache ich morgens noch vor dem Aufstehen dasselbe. Als Erstes nach dem Klingeln des Weckers oder einfach als Erstes, wenn ich ohne Klingeln aufwache, oder einfach so, wenn ich gar nicht geschlafen habe, weil die nächtlich drückenden Gedanken mal wieder so drückend nächtlich waren, immer morgens noch vor dem Aufstehen, liegend im Bett recke ich die rechte Hand in die Höhe mit ausgestrecktem, leicht zitternden Zeigefinger. Dreimal hintereinander gereckt gestreckt der Pole-Position-Finger von Sebastian Vettel. Das tut so gut. Und dann fährt dir jemand in die Seite mit dem Ellenbogen oder mit der Faust oder mit ebenfalls gestrecktem Finger in die Seite, da wo’s am meisten kitzelt. Meine Frau. Und die fragt mich, ob der Kaffee schon fertig ist. Damit ich Bescheid weiß. So leben Gewinner. Und Gewinnerinninninnen.

Immer auf die Reihenfolge achten

Yoh-Baby-yoh-Baby-yoh. Und hinten immer dran bleiben. Nicht drängeln, nicht knabbern und nicht auflaufen. Ich bitte euch.
Wer sagt eigentlich, dass Jimbo immer vorne geht?  Im Prinzip könnte ich das auch.
Wer hat das gesagt? Adele*?
Kicher. Kicher.
Bitte, wenn ihr das so haben wollt. Ich mach’ hier jederzeit Platz. Kein Problem. Ich mach mich doch nicht zum Affen.
Du bist ein Affe.
OK-OK-OK. Wer wollte denn heute unser Leergut sammeln und es um viertel vor sechs abends beim Edeka am Flaschenautomaten abgeben? Unbedingt am Tag vor Karfreitag. Wer war denn das bitte?
Du, Jimbo. Du hast doch immer diese Ideen.
Na gut. Aber ihr trinkt den ganzen Tag Cola. Cola, Cola, Cola. Irgendwie muss die ja auch bezahlt werden.
Angola gönnt ich mir dodsaufen.
Sehr witzig Robert. Du weißt, dass Cola stumpfe Hörner macht?
Was heißt hier stumpf? Hier ist überhaupt nichts stumpf. Ich hasse Erdmännchen, hab’ ich das schon gesagt?

Du Jimbo? Ja, John? Ich bin nicht John. Paul? Auch nicht. George? Ringo?
Ok, Johnpaulgeorgeandringo, was wollt ihr?
Dürfen wir auch eine Flasche in den Automaten werfen?
Oh, mein Gott. Nicht schon wieder diese Diskussion. IHR SEID ZU KLEIN. IHR SEID SO KLEIN, IHR KÖNNTET UNTER DEM FLASCHENAUTOMATEN DURCHLAUFEN OHNE EUCH DEN KOPF ZU STOSSEN. NEIN, IHR DÜRFT DAS NICHT.

Dürfen wir dann “Yellow Submarine” singen?
Auf jeden Fall. Im Edeka. Heute abend. 18:00 Uhr Flaschenautomat. John, Paul, George and Ringo rocken das U-Boot. kein Problem.

*Adele ist das Okapi hinten mit den langen Ohren. Adele ist diesmal die Einzige, die tatsächlich in die Kamera guckt. Kicher. Kicher. Die vier kleinen Erdmännchen mitte-rechts sind die leibhaftige Inkarnation der Beatles kurz vor ihrer Entdeckung. Von Robert ist rechts am Rand nur noch das Horn ins Bild gerückt. Jimbo ist wie immer der unscharfe Affe.