Scylla und Charybdis

„Hans, sag mal was ganz Verrücktes mit zwei Ypsilon.“
„Scylla und Charybdis.“
„Ok. Wir hatten mehr an etwas gedacht wie: Ein Yak zog mit einer alten Ausgabe von Yps über den Himalaya.“
„Das hat drei Ypsilon.“
„Mein Gott, bist Du ein Besserwisser. Ein Erbsenzähler. Ein Korinthenkacker. Ein Ypsilonite.“
„Man ist, was man ist.“
„Trotzdem, Hans: Was war das beste, jemals bei Yps mitgelieferte Gimmick?“
„Das Zauberpulver. Urkrebse. Das Pulver wurde lebendig im Wasser. Boah, war das cool.“
„Hans, du bist ja außer Rand und Band. So, so…“
„Enthusiastic! Yes, I am so enthusiastic. Very much.“

„Und was ist nun mit Scylla und Charybdis, Hans. Hast Du eine humanistische Bildung genossen? Kannst Du womöglich englisch und griechisch? Hans, sag doch was.“
„Ich sag hier gar nichts mehr.“
„Nicht so schlimm, Hans. Wusstest Du, das Charybdis aussah wie ein Mund im Wasser?“
„Nee, ehrlich? Wie ich beim Schwimmen.“
„Du schwimmst?“
„Delphin. Ich schwimme nicht, ich delphiniere.“
„Gut so, Hans. Deshalb lieben wir Dich so. Und jetzt sag noch mal was mit ein oder zwei ü’s.“
„Scülla und Charübdis.“
„Danke, Hans. Kennst Du auch Odysseus?“
„Oh ja, das ist der mit der Odüssee. Find ich super.“
„Gibt’s da noch mehr, was Du loswerden willst?“
„Hieroglüphen. Ägüpten. Sülvester.“
„Phänomenal, Hans, einfach Phänomenal.“
„Sült. Mükonos. Füsiotherapie.“
„Wunderbar. Und Tschüs, Hans.“

Wie die Menschheit entstanden ist

Hatte ich eigentlich schon erwähnt, wie die Menschheit entstanden ist?

Also, vor ungefähr soundsovieltausend Jahren gab es in der Nähe des heutigen Uruguay, also auf dem südamerikanischen Kontinent, den es ja damals noch gar nicht gab, weil der südamerikanische und der afrikanische Kontinent zusammenhingen wie zwei Kletten beim Nachmittagstee, also in der Nähe des heutigen Uruguay, vielleicht heißt das auch ‚des heutigen Uruguays‘, mit einem ’s‘ am Ende, das weiß ich jetzt nicht so genau, ist eigentlich auch egal, weil Uruguay gab es damals noch gar nicht und auch nicht, ich hatte es schon erwähnt, den südamerikanischen Kontinent, denn der hieß nämlich Godzilla oder Gondwana oder so und war sozusagen mit allen anderen Kontinenten eins, also ein einziges, großartiges Ding …, also es gab nur einen Kontinent, und, zurück zum Ausgangspunkt, dort, sozusagen in der Nähe des heutigen Uruguay, existierte ein Sumpfloch, das anders war, als alle übrigen Sumpflöcher, die es jemals vor und neben ihm gegeben hatte, es, das Sumpfloch, beherbergte nämlich: DAS LEBEN.

So. Und als nun nach einiger Zeit niemand mehr so richtig aufpasste und zuguckte und beobachtete, was DAS LEBEN so trieb und veranstaltete, nebenbei sei erwähnt, das DAS LEBEN nichts anderes war als eine Gruppe kleiner mikrobenähnlicher Organismen oder mikroeinzelliger Wesen ohne Gehirn oder irgendwas dazwischen, und da muss man schon gewaltig aufpassen, dass da kein einziger Mikrodingsda Blödsinn anstellt, als also DAS LEBEN plötzlich und vollkommen unbeaufsichtigt anfing, wie wild herumzufuchteln, mit den Seitensträngen zu rudern und so zu tun, als sei das Leben ein Ponyhof, respektive ein Schulausflug zum Freibad, da tat sich etwas.

DAS LEBEN kreiste und sauste und düste wie toll durch das Sumpfloch, dass eine Blase entstand, zuerst eine kleine, winzige Blase, dann eine zweite, eine dritte und schließlich entstand eine große, zusammenhängende, grünlich anzusehende, unangenehm riechende Blasenanhäufung, Experten würden sogar von einem Blasenhaufen reden. Diese Ansammlung von Luft, Leben und elektrischen Zuständen tat dann das, was man so tut, wenn man vor ungefähr soundsovieltausend Jahren einen Nachmittag in einem Sumpfloch in der Nähe des heutigen Uruguay verbringt: Sie explodierte.

Diese Explosion, diese erste Lebenseruption, dieser Urfurz sozusagen, zerplatzte also und verteilte sich auf dem Land rund um das Sumpfloch herum. Die so verteilten Restmikroelemente fingen schließlich an zu krabbeln, krabbelten ins Wasser und wieder raus, stellten sich erst aufrecht hin und dann auf eine Kiste und hielten lange, ausschweifende Reden über Umweltverschmutzung, freie Verkehrswege und das Bedürfnis, anderen den Schädel einzuhauen. Sie erfanden Oregami, Peddingrohrflechten und Fernsehen mit Fernbedienung. Soweit dazu.

Wie man das Programmieren lernt

Nur mal so nebenbei vom Fachmann…

Programmieren Lernen ist so, als würde man in eine Sackgasse reinfahren und schon während des Einbiegens in die Sackgasse merken, dass das ein Fehler war. Man fängt an herumzulamentieren und beschimpft die Stimme aus dem Navi, sie höre sich an wie eine Kröte aussieht.

Ok, das war jetzt irgendwie kein guter Anfang. Die Frau aus dem Navi (ein geklautes Importgerät) spricht tatsächlich holländisch, die Sackgasse befindet sich in einer Stadt im Norden Finnlands und man selbst kann allenfalls auf ungarisch „Hallo“ sagen. So ungefähr ist es, wenn man mit dem Programmieren anfängt (oder mittendrin ist und nichts funktioniert so, wie es sich gehört).

Apropos „Hallo“. Die meisten Programmierbücher für Anfänger (eigentlich alle Programmierbücher) fangen mit dem Beispiel „Hallo Welt“ an. Man soll in der neu zu lernenden Programmiersprache etwas machen, bei dem als Ergebnis auf dem Computerbildschirm „Hallo Welt“ erscheint. Super. Wir wollen programmieren, dass der Computer Kaffee kocht oder lustige Kringel malt oder unaussprechlich witzige Geräusche erzeugt oder das beste, jemals hochgeladene YouTube-Video findet oder uns zeigt, wie man unglaublich reich, schön und intelligent wirkt, ohne es zu sein, oder das der Lüfter dieses blöden Computers aufhört, so laut zu rotieren. Nein, alles das steht nicht in den ersten fünfzig Kapiteln des einundfünfzig Kapitel umfassenden Buches für Programmieranfänger. Da steht, wie man „Hallo Welt“ auf einen Monitor schreibt. Da nehmen wir doch lieber einen Edding und krakeln das da einfach rauf auf den Bildschirm. Das geht schneller und hält länger.

Na gut. Das war jetzt keine Werbung fürs Programmieren lernen. Versuchen wir es noch Mal. Wenn man also  ein grundsätzlich sprachbegabter, logisch denkender Mensch ist, sollte man sich lieber der Philosophie oder den vergleichenden Religionswissenschaften zuwenden. Das bringt einen vielleicht finanziell nicht ganz nach vorne, aber inhaltlich kommt da wesentlich mehr rüber als beim Programmieren.

Gut. Machen wir es kurz. Geduld. Zum Programmieren ist unendliche Geduld, nie versagender Langmut und ein phänomenales Einfühlungsvermögen in die Gedankengänge derjenigen erforderlich, die die Programmiersprache, die man gerade erlernen will, erfunden haben. Da diese Fähigkeiten kaum jemand hat, ist der Kreis der Programmierer nicht erschreckend groß (zumindest von Programmierern, die noch in irgendeiner Weise menschlich erscheinen).

Vielleicht noch ein letzter Versuch. Programmieren ist so ähnlich, wie einem Hund beizubringen, das Stöckchen zu holen. Wobei man selbst der Hund ist.

Zum Schluss noch dieses: Programmieren ist dann schön, wenn es draußen schneit, regnet, kalt ist und man keinen Hund vor die Tür schicken würde – und wenn das, was man sich vorgenommen hat zu programmieren, endlich auch funktioniert. Das ist gar nicht so selten, wie man eigentlich denkt. So ein, zwei Mal in zehn Jahren klappt das nämlich.

Halunken, Flaschentaucher und Subraumspalten

Flaschentaucher sind Menschen, die einen Liter Wasser mit Kohlensäure auf Ex trinken können. Die haben einen Hals, sag ich mal, mit dem könnte man auch … irgendetwas anderes machen, was mir im Moment nicht einfällt.

Halunken sind Menschen, die einem anderen Menschen etwas antun oder dumm daherreden. Manchmal könnte man meinen, Politiker seien Halunken, nicht alle, aber manche. Doch das stimmt nicht, sag ich mal. Politiker kriegen vielleicht manchmal den Hals nicht voll oder meinen, alles besser zu wissen, oder meinen, nicht zugegeben zu dürfen, dass sie nicht alles besser wissen, oder meinen, die Welt sei einfach, klar und durchstrukturiert, dass müsse man einfach nur erkennen, oder meinen, sie wüssten wo Bartels den Most holt. So sind Politiker, das macht sie jedoch noch nicht zu Halunken. Ein halunkenhafter Politiker wäre zum Beispiel ein lügender Politiker. Aber sowas gibt’s ja gar nicht.

Subraumspalten sind das, was man kennt, wenn man alle Folgen von Raumschiff Enterprise in mehrfacher Wiederholung gesehen hat (sozusagen so oft wiederholt, dass man die Dialoge auswendig kennt oder weiß, wann der Zorn des Kahn wen treffen wird). Zurück zu den Subraumspalten: Das sind kleine Risse im Weltraum, die, wenn man mit einem Raumschiff daran vorbeifliegt, zum Beispiel Zeitschleifen erzeugen oder einem Wesen aus einer anderen Dimension den Übertritt in die eigene Dimension erlauben, oder es ermöglichen, in die Vergangenheit zu fliegen, oder einen glauben machen, dass das Kontinuum etwas völlig anderes ist, als was man bisher gedacht hat. Um Subraumspalten zu verstehen, muss man sie mögen. Und um sie zu mögen, muss man alle Folgen von Enterprise geguckt haben, womit wir wieder beim Anfang sind.

Es gibt übrigens irgendwo tief in mir die Forderung: Jedem Halunken seine Subraumspalte! Hinfort mit euch ihr bösen Buben! Macht euch vom Acker, rüber in die andere Dimension. Hopp. Und ihr Politiker gebt acht: Ihr seid nicht alleine auf der Welt. Da draußen wartet auf euch der Zorn des Kahn in der fünfundsiebzigsten Wiederholung bei Kabel eins.

Schlammschleimer

Schlammschleimer sind kleine, glibbschige Dinger, die vor einem auf dem Boden herumkriechen und anhimmeln. Das Größte für einen Schlammschleimer ist es, wenn er sich vor Bewunderung langsam in ein unförmiges Etwas auflösen darf und dabei vom Objekt seiner Bewunderung beachtet wird. Anhimmeln ist für ein Schlammschleimer das, was für andere Fernsehgucken, Internetsurfen oder Gartenarbeit ist. Schlammschleimiger Daseinsmittelpunkt ist es, so zu sein, wie das, was man in einer Bio-Mülltonne ganz unten findet. Schlammschleimer finden es gut, so eine Art Belag zu sein, Zahnbelag.

Nahe Verwandte des Schlammschleimers sind die Schlammspringer

Schlammschleimer antworten immer mit einem JA in Großbuchstaben, gefolgt von einem hingehauchten oh: „JA! Oh.“ Schlammschleimer meinen das auch so. Bevor ein Schlammschleimer „Nein“ sagt, beißt er sich eher die Zunge ab und verschluckt sie.

Schlammschleimer sind immer positiv. Sie denken positiv und versuchen es auch immer mit einer positiven Ausstrahlung. Wenn sie sich vor Verehrung und Hochachtung in ihrem eigenen Schleim zusammenkrümmen, fällt es Unbeteiligten zwar schwer, irgendetwas Gutes darin zu sehn, aber der Verehrte weiß sofort, was los ist. In einem ununterbrochenen leisen Gemurmel kommt bei ihm an: Ja, Du großer Einziger. Du Bester. Du machst alles immer richtig. Du bist toll. Superklasse. Wir lieben Dich.
Schlammschleimer international geht so: Oh, great big boss of all! We love you and love the one you with. Ungefähr: Wir lieben dich und die, die mit dir sind – also uns selbst.

Schlammschleimer wollen geliebt und beachtet werden. Sie brauchen weniger Aufmerksamkeit als eine Zimmerlinde, aber mehr Zuwendung als ein Dackel. Ihr Rückzugsraum, wenn ihnen irgendetwas gegen den Strich geht, sind wassergefüllte Schlaglöcher, Komposthaufen und gebrauchte Putzlappen.

Schlammschleimer kann man nicht kaufen oder besitzen. Sie sind wie Verwandte, die auf Besuch vorbeikommen, und bleiben, wie jeder Besuch, in der Regel zu lange.

Über Frösche

Ich finde, es ist jetzt genug von Politik die Rede. Oder von Krisen. Finanzkrise, Export-, Import-, Bundespräsidenten- und Regierungskrise. Jetzt ist endlich Schluss. Jetzt reden wir über Frösche.

Ich würde zum Beispiel sehr gerne wissen, was ein Frosch so denkt auf seinem allabendlichen Weg zum Fröschequakenwettkampf, rechte gegen linke Froschteichseite. Ich glaube ja, dass er über Froschfreiheit nachdenkt und den Froschsolidaritätsbeitrag zur Wiedervereinigung mit dem anderen Froschteichufer. Ich bin mir sicher, dass er, wie alle Frösche, eine Erhöhung der Froschwertsteuer ablehnt und den Kandidaten der Opposition zur Wahl des Froschpräsidenten bevorzugt. Sein Springfrosch von der Froschkasse hat ihm versichert, seine Froschfonds seien absolut sicher und in die Zukunft zu sehen schade den Augen. Außerdem ist jeder für seinen eigenen Quak zuständig. Also hüpft er sich einen, lamentiert etwas über die Unwägbarkeiten des Lebens und hockt sich neben seine Froschkumpels beim struppeligen Binsengewächs.

Ich glaube nicht, dass Frösche und Politik irgendetwas gemeinsam haben, ich weiß nur eines: Frösche gehen nicht in Fernsehstudios und quaken rum.

Dann gibt es da noch die Anekdote vom Groucho Marx, der, ärgerlich, weil er so lange warten musste, den Kellner fragte, ob er Froschschenkel habe. „Ja“, antwortete dieser. „Dann hüpfen sie doch schnell mal los und bringen mir die Rechnung.“
Wer Groucho Marx ist? Na, das ist der von den drei Brüdern… Ist aber auch egal. Ist eh schon tot.

Oder Edgar Allan Poe. Ich glaube der hat eine ganz gruselige Geschichte geschrieben: „Hopp-Frosch“. Keine Ahnung mehr, worum es darin geht. Ist lange her, dass ich Poe gelesen habe. Warum ich Poe sage und nicht Pö? Auf solche Fragen gebe ich keine Antworten.

Zu guter Letzt wäre da noch die Geschichte aus meiner Kindheit, in der ein Strohhalm und diverse Frösche eine Rolle spielen. Ja, man kann Fröschen einen Strohhalm in den Hintern stecken und sie aufblasen, bis sie zerplatzen. Als Kind ging das. Heute geht das nicht mehr. Keine Frösche mehr da. Oder sie sind Mitglied im Naturschutzbund und können Ayurveda. Was ich sonst noch so in meiner Kindheit gemacht habe? Ich sage nur: Es gab Fliegen mit und ohne Flügel.

Mir fällt noch ein kleines P.S. ein: Kermit ist auch ein Frosch.
Und noch ein kleineres P.P.S: Froschn?

Hula-Hoop

“Hallo Hans. Wir haben gehört, dass Du jetzt regelmäßig Übungen machst.”
“Darüber will ich nicht sprechen.”
“Ach, Hans, sei doch nicht so. Es ist immer so witzig mit Dir.”
“Ich habe dahinten keine Muskeln.”
“Wo dahinten, Hans? Bitte etwas genauer.”
“Den ganzen Rücken von unten bis oben. Keine Muskeln. Und deshalb muss ich üben.”
“Was übst Du denn, Hans. Klarinette?”
“Sehr witzig. Ich habe mir einen Hup-Reifen gekauft und shake mich.”
“Du hupst und shakest?”
“Ok. Das könnt ihr sehen, wie ihr wollt. Ich jedenfalls nehme diesen Reifen, streife ihn über meine ehemals exzellente Figur und wackel wie das Michelin-Männchen vor und zurück. Dabei gebe ich eventuell Geräusche von mir, die unbedarfte Nachbarn als ‘Rum-Hupen’ interpretieren könnten.”
“Entschuldigung, Hans, wir wollten Dir nicht zu Nahe treten. Und hörst Du auch Musik dabei?”
“Warum denn Musik?”
“Die bringt die Seele zum Baumeln.”
“Nee, sowas mach ich nicht. Ich lasse da gar nichts baumeln. Ich shake und hupe.”
“Sehr schön, Hans. Wir waren doch schon etwas irritiert. Und? Machst Du noch weitere Übungen?”
“Ich mach’ das U, den Seitenstrangstrecker, imitierte Sit-Ups und das Doppelkinn.”
“Super. Wir sind jetzt regelrecht begeistert. Zeig doch mal das Doppelkinn. Mann, Hans. Das ist wirklich klasse.”
“Ich hab’ noch gar nicht angefangen.”
“Oh. Sorry.
“So, jetzt. Das ist das Doppelkinn. Gut, oder?”
“Mhm.”
“Das U.”
“Das sieht jetzt aber bedenklich aus, Hans. Pass bloß auf.”
“Seitenstrangstrecker.”
“Der erinnert irgendwie an ein überfahrenes Reh, Hans. Bist Du sicher dass man das so macht?”
“Die, uff, imitierten, uff, uff, Sit-Ups.”
“Da hast Du Recht, Hans. Die sehen wirklich so ähnlich aus, wie man sich Sit-Ups vorstellt.”
“Und zum Schluss, ich kann nämlich kaum noch, meine Lieblingsübung: Der gebärende Schwan.”
“Tschüs, Hans. Wir müssen jetzt gerade sehr schnell weg.”

Bestenliste, rein subjektiv

Das beste jemals von mir gelesene Buch
„Hundert Jahre Einsamkeit“ von Gabriel Garcia Marquez.

Das dickste jemals von mir gelesene Buch
Die ersten drei Bände von „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ von Goethe. Nein. Ein Scherz. Die sind von, äh, diesem Mann da. Der aus, äh, na, ok. Fontane. Theodor Fontane.
„Mann ohne Eigenschaften“ von Robert Musil. Zusammenfassung des Inhalts unmöglich.

Das humorvollste Buch
Mark Twain, „Bummel durch Europa“ und „Die Arglosen im Ausland“.
Fast alle Bücher von Douglas Adams, besonders „Per Anhalter durch die Galaxis“. Der Film dazu war absolut und unaussprechlich schlecht. Die Fernsehserie (ist schon eine Weile her) war dagegen super lustig.

Der humorvollste Satz in einem Buch
„Steck dein Kopf in ein Schwein.“, aus dem erwähnten „Per Anhalter durch die Galaxis“. Ebenfalls von Douglas Adams stammen die Namen „Slartibartfass“ (Erfinder von Norwegen) und „Wobagger, der unglaublich Verlängerte“ (Unsterblicher). Wobagger reist aus Langeweile durch die Galaxis, landet auf jedem Planeten, den er finden kann, und beleidigt die anwesenden Bewohner.

Beste CD
Immer die zuletzt gekaufte und am meisten gehörte.

Beste Currywurst in Hamburg
Mö-Grill in der Innenstadt.

Unfreundlichste Art von Service
Ich stehe am Tresen einer Physiopraxis und versuche mit der Dame hinter dem Tresen Termine und Inhalte der Behandlung abzuklären. Mitten im Satz klingelt das Telefon. Die Dame nimmt sofort den Hörer ab und redet mit dem mir unbekannten Anrufer als ob ich Luft wäre. Ich stehe fünf Minuten und warte auf das Ende des Telefonats. Leider war mir nicht schlecht, sonst hätte ich mich über den Tresen erbrochen.

Superfreundlichste Art, einen Laden oder ein Restaurant zu betreten
„Hallo.“ Es geht auch: „Guten Morgen.“ oder „Guten Tag.“

Superunfreundlichste Art, einen Laden oder ein Restaurant zu betreten
Nicht grüßen und sofort nach dem Klo fragen (nicht nach dem WC, nach dem Klo!)

Beste Art, eine Beziehung (jedweder Art) zu beenden
Keine.

Perfektestes Essen
Fischstäbchen. Unglaublich sich wiederholende perfekte Form. Unglaublicher, immer wieder identischer Geschmack.

Beste Operationsnarbe
Blinddarm.

Lieblingsohnmacht
Narkose vor und nach einer Leistenbruch-OP.

Überflüssigste Krankheit
Erkältung, Reizung der Achillessehne, Besserwisserei.

Bestes Gefühl
Der Schauer der Sentimentalität beim Gucken aller Teile vom „Immenhof“: Die Mädels vom Immenhof, Hochzeit auf Immenhof, Ferien auf dem Immenhof.

Größte Fehleinschätzung
Der Gedanke, ein guter Mensch zu sein.

Schlimmstes Gefühl
Der Alptraum, eine Treppe herunterzuspringen: Während des Sprung stelle ich fest, dass ich mich völlig in der Höhe verschätzt habe.

Folgenlosestes Gespräch
Unterhaltung mit einem Goldfisch.

Schönste Phobie
Die Angst vor krummen Strichen auf geraden Flächen.

Supersagenhafter Unsichtbarkeitssirup

Habe ich Montag Abend erfunden. Man nimmt einem Löffel vom supersagenhaften Unsichtbarkeitssirup und ist, nur so als Beispiel, unsichtbar. Niemand sieht einen, wenn man, nur so als Beispiel, in der U-Bahn kurz und leise (oder laut und lange), äh, rülpst. Natürlich kann man das auch ohne den Sirup machen. Wäre irgendwie ehrlicher. Aber wer ist heutzutage schon ehrlich und rülpst in der U-Bahn?

Ebenfalls kann einen keiner riechen. Wenn man einen Löffel Sirup zu sich nimmt, ist man sozusagen geruchslos. Und blind. Der Sirup macht auch blind. Und ungarisch. Mit einem Löffel Sirup fühlt man sich irgendwie ungarisch, im Gegensatz zu, zum Beispiel, belgisch. Oder luxemburgisch. Und glücklicher macht der Sirup auch. Und das Gegenteil von durstig. Keine Frage, ein Tröpfchen vom supersagenhaften Unsichtbarkeitssirup macht einen undurstig oder wie das heißt. Und die Einzahl von Ferien. Kein Witz. Oder kennt jemand die Einzahl von Ferien? „Ich habe Ferien“, ok, aber: Ich habe eine Ferie? Eine Ferien? Ein Ferd? Und das Gegenteil von durstig ist? Äh.

Das kann der supersagenhafte Unsichtbarkeitssirup und noch viel mehr. Er macht, das man morgens aufwacht und das Lied der Schlümpfe summt: Sagt mal, von wo kommt ihr denn her? (Aus Schlumpfhausen bitte sehr). 

Und, nur wieder so als Beispiel, er macht Bundespräsidenten unsichtbar. Schwupsdi. Ein Schluck Sirup, schwupsdi, und man ist ein Ex-Bundespräsident oder wie das heißt.