Wie man das Programmieren lernt

Nur mal so nebenbei vom Fachmann…

Programmieren Lernen ist so, als würde man in eine Sackgasse reinfahren und schon während des Einbiegens in die Sackgasse merken, dass das ein Fehler war. Man fängt an herumzulamentieren und beschimpft die Stimme aus dem Navi, sie höre sich an wie eine Kröte aussieht.

Ok, das war jetzt irgendwie kein guter Anfang. Die Frau aus dem Navi (ein geklautes Importgerät) spricht tatsächlich holländisch, die Sackgasse befindet sich in einer Stadt im Norden Finnlands und man selbst kann allenfalls auf ungarisch „Hallo“ sagen. So ungefähr ist es, wenn man mit dem Programmieren anfängt (oder mittendrin ist und nichts funktioniert so, wie es sich gehört).

Apropos „Hallo“. Die meisten Programmierbücher für Anfänger (eigentlich alle Programmierbücher) fangen mit dem Beispiel „Hallo Welt“ an. Man soll in der neu zu lernenden Programmiersprache etwas machen, bei dem als Ergebnis auf dem Computerbildschirm „Hallo Welt“ erscheint. Super. Wir wollen programmieren, dass der Computer Kaffee kocht oder lustige Kringel malt oder unaussprechlich witzige Geräusche erzeugt oder das beste, jemals hochgeladene YouTube-Video findet oder uns zeigt, wie man unglaublich reich, schön und intelligent wirkt, ohne es zu sein, oder das der Lüfter dieses blöden Computers aufhört, so laut zu rotieren. Nein, alles das steht nicht in den ersten fünfzig Kapiteln des einundfünfzig Kapitel umfassenden Buches für Programmieranfänger. Da steht, wie man „Hallo Welt“ auf einen Monitor schreibt. Da nehmen wir doch lieber einen Edding und krakeln das da einfach rauf auf den Bildschirm. Das geht schneller und hält länger.

Na gut. Das war jetzt keine Werbung fürs Programmieren lernen. Versuchen wir es noch Mal. Wenn man also  ein grundsätzlich sprachbegabter, logisch denkender Mensch ist, sollte man sich lieber der Philosophie oder den vergleichenden Religionswissenschaften zuwenden. Das bringt einen vielleicht finanziell nicht ganz nach vorne, aber inhaltlich kommt da wesentlich mehr rüber als beim Programmieren.

Gut. Machen wir es kurz. Geduld. Zum Programmieren ist unendliche Geduld, nie versagender Langmut und ein phänomenales Einfühlungsvermögen in die Gedankengänge derjenigen erforderlich, die die Programmiersprache, die man gerade erlernen will, erfunden haben. Da diese Fähigkeiten kaum jemand hat, ist der Kreis der Programmierer nicht erschreckend groß (zumindest von Programmierern, die noch in irgendeiner Weise menschlich erscheinen).

Vielleicht noch ein letzter Versuch. Programmieren ist so ähnlich, wie einem Hund beizubringen, das Stöckchen zu holen. Wobei man selbst der Hund ist.

Zum Schluss noch dieses: Programmieren ist dann schön, wenn es draußen schneit, regnet, kalt ist und man keinen Hund vor die Tür schicken würde – und wenn das, was man sich vorgenommen hat zu programmieren, endlich auch funktioniert. Das ist gar nicht so selten, wie man eigentlich denkt. So ein, zwei Mal in zehn Jahren klappt das nämlich.

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