Angerufen

„Hans! Ist es wahr? Du hast es tatsächlich getan?“
„Wasdennwasdennwasdenn?“
„Du hast SIE angerufen?“
„Oh, das meint ihr. Na, klar hab ich sie angerufen.“
„Wie kam es denn dazu?“
„Ja, das war so. Als eines Tages Gott Hermann schuf und dann die Michaela…“
„Hans, Du meinst jetzt nicht Adam und Eva?“
„Ja doch. Als also Gott eines Tages…“
„Hans, wieso hast Du SIE angerufen?“
„Ich bin heute morgen aufgewacht und habe gedacht: Na, dann ruf ich eben mal Madonna an.“
„Und da hast Du das einfach gemacht? Was hat SIE denn gesagt?“
„Hallo, hier ist Jutta.“
„Äh, wie jetzt?“
„Ja, das hat mich auch gewundert. Aber ich bin dann ganz schnell dahintergekommen. Madonna tut am Telefon so, als sei sie Jutta, damit sie nicht von jedem Hans und Franz belästigt wird.“
„Hans und Franz?“
„Das sagt man doch so. Ich hab dann gesagt: ‚Ja, Tag auch Madonna, hier ist der Klaus.“
„Und Sie?“
„Nee, nee. Hier ist nicht die Madonna. Hier ist die Jutta.“
„Und Du?“
„Ja, nee, hier ist auch gar nicht der Klaus, hier ist der Hans.“
„Und Sie?“
„Hier ist immer noch Jutta.“
„Wie lange ging das denn so?“
„Ja, vieleicht achtzehn Mal.“

Stille. Dann grunzt jemand.
„Hans? Hast Du gegrunzt?“
„Ja, wieso?“
„Ja, wieso? Hans, überleg mal. Erst telefonierst Du mit Madonna und dann grunzt Du. Das muss doch was zu bedeuten haben.“
„Ich grunze nur, wenn ich mich wirklich wohl fühle.“
„Dann ruf doch morgen noch mal Madonna an.“

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