Kung-Fu

Ich habe mein Kung-Fu wiedergefunden. Lag unter den Winterklamotten im Kleiderschrank. Neben den Schafwollsocken vom Handwerkermarkt. Ich hatte noch gedacht „Meine Güte, dass sieht ja aus wie mein Kung-Fu!“ und siehste, da war’s.

Ohne mein Kung-Fu geh ich eigentlich nicht aus dem Haus, aber das letzte halbe Jahr war schon komisch. Irgendwie Kung-Fu-los. Morgens müde, mittags kein Appetit und abends Überdruss. Mit meinem wiedergefundenen Kung-Fu sieht das Leben total anders aus. Irgendwie supererer. Ok. Ein vollkommenes Kung-Fu-Ok.

Ich hab mir mein Kung-Fu dann auch gleich wieder aufgesetzt. Ist klar, werden einige jetzt denken, sieht aus, als hätte er einen Fiffi auf dem Kopf, ein Haartrennteil, Haarersatzteil, Haaransatzdingsbums. Ist aber nicht so, ist ein inneres Kung-Fu außen getragen.

In manchen Gegenden der Welt werden Kung-Fu’s zum Trocknen auf die Leine gehängt:

Mein Ruhe-Kung-Fu liegt bei unter 60 Schlägen pro Minute. Dann ist aber auch totale Ruhe. Kurz danach kommt der Kung-Fu-todesähnliche-Zustand.

Mein Schlaf-Kung-Fu lege ich abends neben das Bett zum Wecker. Manchmal höre ich dann ein leises Schnarchen, eine Art Kung-Fu-Ratzen. Ist irgendwie beruhigend.

Mein Lieblings-Kung-Fu ist das, wo die dunkle Seite nach innen gedreht ist. Die dunkle Seite der Macht natürlich. Und wo er zu ihm sagt: „Luke, ich bin dein Vater.“

Das Haupt-Kung-Fu besteht aus Substantiv, Prädikat und Objekt. Recht hat er, mein alter Deutschlehrer. Ohne Substantiv ist Halbsatz.

Lieber ein buntes Kung-Fu auf dem Kopf als gar nichts.

One comment on “Kung-Fu

  1. schindelschwinger sagt:

    …da ist es wieder, dein kleines paralleluniversum, dein ganz persönlicher riss im raum-zeit-kontinuum. darauf ein awimmbawebba! kay = nilpferd ….falk = hund

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