Mitteilung über einen nicht veröffentlichten Brief

Ich habe im Urlaub einen dreiseitigen Brief an Herrn Gauck über Herrn Gauck, Herrn Wulff und die Bundespräsidentenwahlveranstaltung geschrieben, den ich nicht abgeschickt habe und hier auch nicht veröffentliche. Das wollte ich nur mal mitteilen. Stattdessen einige private Anmerkungen zum Thema.

Ich glaube nicht an Bundespräsidenten. Mit Pech bleiben die nur ein Jahr.

Wie kann man eigentlich neun Stunden damit zubringen, jemanden zu wählen, dessen Wahl von vornherein feststeht? Das ist doch Zeitverschwendung.

Ist 10-minütiges rhythmisches Klatschen nach einem gewonnenen dritten Wahlgang eine neue Form von gemeinschaftlicher Sportgymnastik? Eine Art Gruppenaerobic im Anzug?

Kann ein Bundespräsident anschließend, also nachdem er 10 Jahre Bundespräsident war, noch Bundeskanzler werden? Und verdient er dann dasselbe nochmal obendrauf?

Ich möchte nicht Bundespräsident werden. Ich wüsste gar nicht, was ich mit dem ganzen Geld machen soll, wenn ich mich nach einem Jahr seitwärts in die Büsche schlage.

Das Schönste an der Bundespräsidentenwahl war der Wahlkampf. Ganz Hamburg war vollgepflastert mit Plakaten der Kontrahenten. Über 30 Tage fanden alle drei Stunden in Hamburg gutbesuchte Wahlveranstaltungen statt. Ich hatte wirklich das Gefühl: Da bin ich mittendrin. Ich habe hier echt die Chance, etwas zu verändern. Meine Stimme zählt.

Das Zweitschönste an der Bundespräsidentenwahl waren die neun Stunden unerträgliche Spannung beim Warten auf ein endgültiges Ergebnis. Und selbstverständlich die unglaublich treffsicheren Kommentare der öffentlich-rechtlichen Medienvertreter.

Was sagt eigentlich ein Bundespräsident zu jemandem, den er nicht mag? Ihre Intelligenz unterfordert mich.

Lasse nie einen Bundespräsidenten im Regen stehen. Er könnte anwachsen.

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