Nordsee. Wattwandern.

Des Wattenläufers Wanderweg
ist meistens flach und manchmal schräg.
Wind von Nordosten oder Westen,
der von hinten kommt am Besten.
Man hängt sich schief und schräg da rein,
und läßt das Leben Leben sein.

Und niemals war die Nordsee da,
wenn ich da war wo sie sonst war.
Ich hab da immer wieder Pech,
wenn ich da bin, da ist sie wech.

Undurchschaubar dieses Meer,
so dreckig-braun, glitschig und leer.
Flach, flacher, und ein Haufen Gekräusel,
die Ausscheidung von einem Wattwurmgesäusel.

Stelzbeinig, füßlich weit auseinander,
die Beine staksig, haarig, weiß,
tret ich zunächst in Mövenscheiß.
Dann, rotgesichtig vor Wut und Zorn,
auch noch in ein Muschelhorn.

Das Leben ist wie Ebbe und Flut,
mal geht es schlecht, mal geht es gut.

Am Abend flutlich angerauscht,
mit plätschern und wässrigem Gewissen,
die Nordsee. Und ich muß mal müssen.

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