Kleingartenkolonie Sonnenfern, zur Hölle

Vorweg ein Hinweis an alle, der Hans plant ja einen Raketenabwehrschirm für seine Laube, er sucht noch Leute, die ihm bei der Einrichtung der Abschussrampen helfen. Und ebenfalls zur Info, die Petra, die Frau vom Norbert, der ja der Bruder vom Hans ist, hat den vorderen Bereich ihres Gartens für die Erkundung als Atommüllendlager freigegeben. Wer also Zeit und Lust hat, kann gerne versuchen, dort seinen Müll loszuwerden. Und das noch, der Walter, nicht verwandt mit dem Hans, wir ihr wisst, aber die stehen sich ja so, der Walter und der Hans, der Walter soll die Rückseite seines Gartenbungalows vermint haben, Tretminen der Marke „Flüchtige Heuler“. Bitte Vorsicht beim Spazierengehen. Und wo wir schon dabei sind, Horst vom Grundstück neben der Müllverbrennungsanlage hat vorgestern feierlich seinen Komposthaufen zur Freihandelszone erklärt und als Fahne ein aufgespießtes Schwein gehisst. Er möchte dazu jetzt keine Kommentare hören, er lässt aber das Schwein noch mindestens bis morgen da hängen. Ach ja, die Gisela, ihr Mann ist ja unser Kassenwart hier beim Sonnenfern, Gisela hat mitgeteilt, ihr letztes Jahr explodierter Atommeiler sei endlich sicher unter einem Zementsarg begraben, nach oben oder zur Seite kommt da auf keinen Fall irgend eine Strahlung raus, aber nach unten wüsste sie nicht genau. Woraufhin Ursula, ach sorry, Uschi, woraufhin also Uschi gestern mit diesen Radieschen in Fußballgröße angekommen ist und erklärt hat, ihrem Rammler würden, seit sie ihn damit füttere, die Haare ausfallen, Blumenkohlohren wachsen und er können nicht mehr so oft wie früher. Außerdem hätten die neuen Würfe alle Entenfüße. Apropos Hasen, die letzte amtliche Bekanntmachung von Armin, unser Vorstand von Sonnenfern und Besitzer eines Unternehmens zur Verschiffung von Elektroschrott nach Afrika, soll super laufen das mit Afrika, sagt der Armin, die stellen nicht mal Fragen, falls also irgendjemand alte PC’s loswerden will, also in Armins letztem Aushang von vor einer Stunde heißt es, dass die Hasen, die das vergangene Jahr in Giselas Garten neben dem Atommeiler herumgehoppelt sind, ab sofort wieder verzehrt werden können.
Und auch das ist richtig, Finger weg vom Dill. Der Dill, der neben dem Ententeich wächst, hinkt seit dem Chemieunfall im Frühjahr in seiner jahreszeitlichen Entwicklung etwas hinterher, dafür seien die Bohnen dort absolute Spitzenklasse. Anderes Thema, der Benno hat seine scharfen Schäferhunde wieder losgekettet, weil Norbert ihm versprochen hat, das mit den Mettbrötchen mit den Glassplittern sein zu lassen. Norbert, wir nehmen dich da beim Wort.
Der Flugbetrieb bei den Schneiderjahns oben auf dem Eckgrundstück wurde unseren Forderungen entsprechend angepasst. Die großen Maschinen landen jetzt nur noch nach fünf Uhr morgens. Das Startfenster tagsüber bleibt so wie besprochen, alle zwei Minuten höchstens eine Maschine. Womit wir zum letzten Thema für heute kommen, die radargesteuerten, automatischen Landepeilsignale, die ab und an bei den Schneiderjahns ausfallen. Hat irgendjemand noch größere Schäden vom letzten Crash zu beklagen, ja, ich sehe da ein paar Handzeichen. Ihr könnt euch das Formular zur Klageeinreichung bei den Schneiderjahns persönlich abholen, Gert hat da noch ein paar Kopien erstellt und hilft euch auch beim Ausfüllen.
Spricht etwas dagegen, wenn wir die Punkte „Nitratverseuchtes Trinkwasser“, „Radioaktive Halbwertszeiten“ und „Chlorvergasung im eigenen Pool und was man dagegen machen kann“ auf das nächste Meeting vertagen? Ok, keine Einsprüche, dann auf zum fröhlichen Come-together hinten an der Klärgrube, Schnittchen und Getränke sind vorbereitet. Unser Motto wie immer: Sonnenfern, zur Hölle!

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