Wer das A erfunden hat?

Manchmal, wenn ich morgens aufwache, weiß ich für einen kurzen Augenblick einfach alles, das ist so eine Gabe. Ich kenne die Namen aller walartigen Tiere und wie viele Haare ein ordentliches Opossum auf der Nase hat. Ich weiß die Anzahl aller jemals unangenehm aufgefallen Menschen und ihre Wohnorte, und ich weiß, warum Gott die Schönheit erfunden hat. Ich rede nicht viel darüber, aber so ist es. Ich weiß das alles und zusätzlich kommen mir noch Gedanken, die ich sonst nicht habe. Zum Beispiel dicke Brüder. Ich mach die Augen auf und stelle mir vor, ich hätte einen Haufen dicker Brüder, die auf Fotos genauso aussehen wie ich. Nicht geklont oder zwillingsmäßig identisch aussehend, nein, eher gleiche Größe, gleicher Umfang, gleicher erster Eindruck: Meine Güte, was für ein Haufen dicker Brüder! Mit dicken Brüdern, stelle ich mir dann vor, lässt es sich einfach besser durchs Leben wandeln als mit dünnen. Nicht das ich wirklich voluminös aufgebläht wäre, ein Fast-Food-Junkie oder Mehlspeisenliebhaber, gezuckerte, in Fett gebackene Mehlspeisen, wie es sie gerne auf Jahr- und Weihnachtsmärkten gibt, nein, so bin ich nicht, aber eben auch nicht total super dünn (dieses John-Lennon-in-seiner-nach-Beatles-Zeit-Dünn-Sein oder einfach-nur-Dünn-Sein). Vollschlank, mich gibt es doppelt sind so Begriffe, die mir da durch den Kopf schwirren, und da wäre eben ein Haufen dicker Brüder wirklich hilfreich, ich, einer unter vielen Dicken sozusagen. Aber das nur so nebenbei. Eigentlich wache ich morgens auf und weiß, wer das A erfunden hat, wirklich. Das war nämlich so. Wie jetzt groß oder klein? Das große oder kleine A? Was ist das denn für eine Frage? Selbstverständlich beide von demselben. Warum sollte dieser Inder, der es schließlich gewesen ist, nur das große A erfinden? Also, dieser Inder ging wie immer und wie alle Inder zu jener Zeit sprachlos über die Straße (weil das A ja noch nicht erfunden war) und trat in einen sehr großen Haufen Kuh-A-A, meinetwegen auch Kuh-a-a, ist auch egal. So jedenfalls wurde das A erfunden: Ah, Mist! Ob das ein dicker Inder gewesen ist? Keine Ahnung, und wie der hieß, weiß ich auch nicht. Das B? Soweit ich weiß, suchte jemand einen Namen für einen dieser großen wollig-wuscheligen Hunde mit dem Knuddelkopf, genau, Bernhardiner. Moment, das mit dem A könnte auch jemand anderes gewesen sein, ich glaube, dieser Inder hatte das I erfunden, das I-Gitt. Er trat in diesen Haufen und fand das I-Gitt. Oder war es das I-Ging? Das ist das Problem mit meiner Gabe, sie ist immer nur ganz kurz da, morgens. Und dann ist sie wieder weg.

2 comments on “Wer das A erfunden hat?

  1. schindelschwinger sagt:

    ..das opossum diederich fanden alle (aber auch wirklich alle) widerlich! in erster linie seiner behaarten nase wegen (aber auch wegen seines wirklich fetten bruders namens kolossum).
    heute abend im ersten schon mal auf weihnachten einstimmen: „der kleine (aber auch wirklich ganz kleine) lord“.
    gruß
    der kleine (aber auch wirklich ganz kleine) bruder

  2. schindelschwinger sagt:

    über die feiertage oder gerade WEGEN der feiertage soll niemand seine liebe wegheiden, (hab ich gehört):
    http://www.youtube.com/watch?v=jz7IjXu0DfQ

    in nicht-weggeheideter liebe
    bruderherz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.