Kochclown-Spaghettiparade

Hans, du siehst irgendwie anders aus, irgendwie…
Ja, ihr habt eine Frage?
Du hast, äh, Spaghetti auf dem Kopf, Hans, sehr viele Spaghetti.
Ach, da sind die gelandet, ich hatte mich schon gewundert.
Du hattest dich gewundert, Hans? Spaghetti? Kopf? Wärme?
Ja, ja ich weiß. Ich arbeite an meiner neuen Show. Ich mache mich nämlich selbständig.
Mit Spaghetti auf dem Kopf?
Ich werde Kochclown, habe ich mir überlegt, Kochclowns werden immer gebraucht.
Kochclown, Hans? Das sind ja ganz neue Perspektiven.
Ja, echt cool, oder? Ich glaube der Markt für Kochclowns muss ganz neu definiert werden. Und ich bin dann ganz vorne dabei, ich bin sozusagen der Vorreiter der Kochclowns, der Meisterclown, der Chefkoch, der, der das erfunden hat. Wird irgendwo ein Kochclown gesucht, fragen die Leute dann nach Hans. Wo ist Hans?, werden sie sagen, wenn jemand einen Kochclown braucht. Der Hans, der kann’s!, wird mein Slogan, hab ich mir überlegt. Toll, was?
Ja, klasse Hans. Hast Du lange überlegt?
Nö, eigentlich nicht. Jetzt, wo ihr das so fragt. Ich hatte gestern Abend die Idee und hab dann erst mal einen Businessplan gemacht.
Einen was?
Businessplan. Ich habe mein Geschäftsmodell niedergeschrieben, ein paar Hochrechnungen angestellt, das Gesetz vom abnehmenden Ertragszuwachs nochmals nachgelesen und morgen geh ich dann zur Bank.
Hochrechnungen, Hans? Was für Hochrechnungen?
Na, wie viele Kochclowns der Markt verträgt, bis er gesättigt ist. Da muss man knallhart kalkulieren, direkt am Kunden sein, ohne dem geht da gar nichts. Zu viele Kochclowns verderben den Brei, wie man so sagt.
Apropos Kunden, Hans. Wir fragen uns gerade, was so ein Kochclown eigentlich macht?
Ja, das ist eine gute Frage. Da bin ich bei der Erstellung meines Businessplans dann auch drauf gekommen.
Die Serviette da, Hans, ist das dein Businessplan? Also, der ganze Plan?
Ja, super nicht? Das versteht dann auch jeder sofort, kurz und knapp. Ein Kochclown verdient, wenn es gut läuft, vielleicht so um und bei, oder auch mehr, je nachdem, wie man die Sache angeht. Vielleicht auch weniger.
Je nachdem?
Ja, ob ich mich mehr auf Privat- oder Firmenkunden stürze. Da ist das Modell dann etwas abweichend.
Du stürzt dich als Kochclown auf Kunden, Hans? Das klingt eher beunruhigend. Mit Messer oder einem Löffel?
Ja, das hab ich mir auch gedacht. Bei Privatkunden muss man davon ausgehen, dass die einen auch am Wochenende buchen, Samstags oder Sonntags, oder vielleicht auch Montags. Das nehmen ja viele auch noch als Wochenende. Ja, und Firmenkunden würden mich dann nur für die ganz großen Events buchen, Weihnachtsfeiern, Jahreshauptversamm-lungen und so. Oder Firmen, die kurz vor der Pleite stehen, die brauchen bestimmt auch mal was zum Lachen.
Tolles Geschäftsmodell, Hans. Aber was macht ein Kochclown denn so? Nur Kochen kann es ja nicht sein.
Witzig kochen. Das ist der Plan, total witzig kochen. Deshalb auch das mit den Spaghetti. Ich koch mir auf der Bühne ’nen Wolf, Wasser, Spaghetti, irgendein Gewürz, dass dem Ganzen den witzigen Pfiff gibt. Vielleicht wisst ihr ja eins, mir ist noch kein wirklich witziges Gewürz eingefallen. Muskatnuss vielleicht. Aber macht nix. Das Finale der Show ist dann die Kochclown-Spaghettiparade mit Ketchup.
Mit Ketchup? Und heißt das nicht Konfetti-Parade?
Ich koche also vor aller Augen diese wunderbaren Spaghetti fertig und werfe sie zum Trocken mehrmals hoch in die Luft. Irgendwann landen sie dann unabsichtlich auf meinem Kopf und alles lacht.
Alles lacht?
Ja, und dann hole ich den Ketchup und schütte ihn ordentlich drüber.
Drüber?
Über die Spaghetti. Das wirkt, sag ich euch.
Ja, Hans. Das ist wirklich total witzig. Spaghetti mit Ketchup. Und die Konfetti-Parade?
Da hol ich, wenn sich das Publikum wieder beruhigt hat, die Küchenschere raus und fange an zu schnibbeln. Immer kurze Stücke Spaghetti abschneiden und ins Publikum werfen. Das wird der Hammer, der Burner. Der totale Oberknaller.
Den Eindruck haben wir auch, Hans. Ein Oberknaller. Vielen Dank.

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