Love

Hans. Das neue Jahr ist schon ein paar Tage alt, wie ist dein Eindruck?
Ich liebe diese Wollpuschel, die ich nach drei ungeduschten Tagen (na, sagen wir mal nach zwei Tagen) in meinem Bauchnabel finde.
Danke, Hans. Das war jetzt nicht die Frage.
Ich liebe es, wenn meine Augen morgens im Spiegel an mir rauf und runter gucken und zuerst: Oh, mein Gott! sagen und dann: Naja, so schlimm ist das jetzt auch nicht.
Hans, was sagst du zum neuen Jahr?
Ich liebe es, dass mein T-Shirt nicht über meinem Bauch spannt, wenn ich die Luft anhalte.
Hans, mach ruhig weiter so.
Ich liebe es, mir nach fünf Tagen über den nicht rasierten Drei-Tage-Bart zu fassen und darüber zu sinnieren, ob eine Fünf-Tage-Bart mehr wert ist als ein Drei-Tage-Bart.
Hans, das neue Jahr hat jetzt schon 15 Tage.
Ich liebe es, im Winter den Rotz in der Nase nach oben zu ziehen.
Danke, danke, danke. Sonst noch was?
Ich liebe es, nee das sag ich jetzt nicht.
Uff.
Ich liebe das Leben am Morgen, am Mittag und am Abend.
Oh, wie poetisch.
Ich liebe Kondensstreifen am Himmel und im Kaffee.
Meine Güte.
Ich liebe Zebrastreifen und zebrafarbene Autoreifen, die aus Versehen über einen frisch gemalten Zebrastreifen gefahren sind. Ich liebe das Wort Zebra (und das Wort Gnu, aber das passt jetzt nicht ganz).
Super Hans, sonst noch etwas, dass du liebst? Nur so, damit wir mal eine Frage stellen, die auch beantwortet wird.
Ich liebe es, mich auf etwas gedanklich zu fokussieren und dann zu vergessen, was es war, auf das ich mich fokussieren wollte.
Fokussieren?
Ich liebe es, darüber nachzudenken, ob das, was ich so sage, auch mit mehr oder weniger Kommas in einem Satz einen Sinn ergibt.
Kommas, Hans?
Ich liebe, ähäm,
Ja, Hans?
Ich liebe, also sozusagen, äh, mich.
Danke, das hatten wir uns jetzt auch gedacht.

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