Tapirman nimmt Abschied

Ich sage hier und heute Goodbye, Tschüs, Adele und Servus, macht’s gut, bis dann, Ahoi, lebt wohl, weil, ich geh jetzt. Zwanzig Jahre habe ich hier im Zoo von Hamburg das Tapir gegeben, bin tagein tagaus in diesem wirklich furchtbaren Tapirkostüm herumgedackelt und habe die Besucher, die Hamburger, ja, die ganze Welt über das Wesen und Dasein des Tapirs aufgeklärt, jetzt ist es vorbei. Ich berichte nichts mehr über meinen empfindsamen Rüssel, mein feist swingendes Hinterteil oder meine enge Verwandtschaft zur Giraffe, die ja nichts anderes ist als ein schlimm verwachsenes Tapir mit Fehlfarbendruck. Ich werde nichts vermissen, nicht meine Tapirhufimitationen und auch nicht meine Besuche in den Hamburger Schulen als der Tapirman, der Superheld mit Tapirkostümumhang in rotem Schlüpfer. Meine Aufforderung an die Schüler der 6b, sie mögen mir doch bitte einen großen, freilebenden, nicht ausgestorbenen Vogel nennen, wurde mit Bibo! beantwortet, Bibo! Wo kommen wir denn da hin? Zwanzig Jahre Tapir und nicht ein Funken Respekt. Nein, nein, ich gehe im Unfrieden und beleidigen lass ich mich schon lange nicht mehr: Hey, du altes Tapir! Du Rüsselschnauze, du Glattlederwackelhintern. Es reicht. Ich entfleuche jetzt mit einen freundlichen Tapirgrunzer nach Australien. Dort gründe ich eine Modezeitschrift, ein Fitnessstudio für Mollige und einen Streichelzoo für Ratten. Selbst Schuld, sag ich da mal.

One comment on “Tapirman nimmt Abschied

  1. schindelschwinger sagt:

    hat ’n gesicht, das nur ’ne mutter lieben kann. sünde. aber selbst die wendete sich bei der geburt mit schrecken ab und fragte: was soll’n das sein? seitdem heißt der arme bursche dassein

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