Neulich beim Griechen

Da war ich also neulich beim Griechen, ich weiß, da geht man ja nicht mehr hin, heute geht man zum Japaner, aber, ich war eben beim Griechen. Und da kommt dieser Grieche an meinen Tisch und fragt: Was darf’s denn sein? Ein Thesaurus vielleicht? Ich will das jetzt nicht unsinniger machen, als es war, aber er fragte tatsächlich: Thesaurus? Nun gut, sagte ich zu mir, dann leg ich mal los. Als erstes hätte ich gerne rechts einen Finger mehr, damit ich, während ich vor Verzweiflung über die Situation meinen Kopf mit beiden Händen stütze, mit dem sechsten Finger rechts in der Nase bohren kann. Dann möchte ich einen Plan fürs Leben haben, ein Treffen mit einem netten älteren Herrn, der mir erklärt, woher wir kommen und wozu wir eigentlich da sind, und ich würde gerne den Autor des Buches „Der Sinn des Lebens“ treffen und ihm erklären, wie das hier wirklich abgeht. Weiterhin hätte ich gerne eine Tasche, in der immer Geld und was zu essen ist, einen Hund ohne Fehl und Tadel, Freunde ohne Hintergedanken, ein wirklich gutes Theaterstück, einen Sitzsack und einen großen gelben sprechenden Vogel. Fragt er, der Grieche: Und was dazu? Ouzo? Sage ich: Gut, dann nehme ich einmal Gyros, Tzatziki (sag mal ein Wort mit zwei tz), ein Bier und einen Ouzo. Ich fand, das er fand, dass wir eine gelungene Konversation hatten, wie man eben so spricht über dies und das, wenn man gefragt wird, was man denn gerne hätte. Und? Noch einen Thesaurus obendrauf?

One comment on “Neulich beim Griechen

  1. schindelschwinger sagt:

    gut so. gegen alkohol ist absolut nichts einzuwenden. er schmeckt hervorragend, die frauen wirken viel attraktiver und kritik prallt nur so an einem ab.
    ein weiteres beispiel für gelungene konversation in gepflegter gesellschaft liefert auch dieser link:

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