Schlaflos

Hans, was geht?
Es gibt Tage, an denen ich morgens wo hin muss. Und da bin ich dann die Nacht vorher so aufgeregt, dass an Schlaf nicht zu denken ist.
Schlaflos aufgeregt?
Ja, ich liege hellwach auf dem Rücken und denke mir: Och, jetzt könnte ich mal schön einschlafen, damit ich morgen früh fit bin. Aber Pustekuchen. Ich liege wach und wälze mich.
Und?
Wenn ich doch endlich am Einschlafen bin, so im Moment des Hinübergleitens, brüllt mich diese fiese Stimme an: Hallo, Hallo! Geht doch, jetzt bist du am Einschlafen. Und Zack, bin ich wieder hellwach.
Zack?
Beim nächsten Mal genau dasselbe. Ich bin schon halb im Nirwana, ganz locker und bereit für den ersten Traum: HeiHo, HieHo, da sind wir aber froh! Wir schlafen jetzt schon fast. Boing! Und aufgewacht.
Boing?
Das sag ich der Stimme ja auch immer.
Was machst du dann?
Ich drehe mich um und tu so, als gäbe es diese Stimme nicht.
Und hilft das?
Nö. Nach zwei Minuten fängt sie an und singt mir ein Schlummerlied über den Sandmann. Eine halbe Stunde. Kurz vorm Schlafen kommt Highway to Hell. Peng! Wach.
Peng?
Neulich habe ich aus Frust Gänseblümchen gezählt, erst die Blümchen, danach die Blätter. Und, was soll ich sagen, bei etwa siebenhundertfünfzehn fein sortierten Gänseblümchenblütenblättern meldet sie sich: Obacht, Hans! Da stimmt was nicht, du hast dich verzählt. Und Bumms! Alles wieder auf Anfang.
Wie grausam. Und wann schläfst du endlich ein?
Wenn die Stimme sagt: So, ich bin dann mal weg.
Ach?
Kurz darauf klingelt der Wecker.
Man gut Hans, dass du nicht so viele Termine hast.
Sag ich doch.

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