Zeit für Limbo

Hans, wir haben gehört, du hättest dich mit Statistik und Limbo befasst. Ist da etwas Wahres dran?
Ja, ich habe nämlich ausgerechnet, wenn ich mir morgens beim Pischen gleichzeitig die Zähne putze, spare ich pro Tag zwei Minuten, pro Woche, äh, Moment, 14 Minuten, und pro Jahr ganze 730, was etwa 12 Stunden sind. Die investiere ich dann in Limbo.
Hans? Wie war das Wort?
Äh, Limbo? Nicht? Welches jetzt? Pischen?
Hans, was hatten wir abgemacht? Du erinnerst dich, keine Straßensprache, gepflegte Konversation bitte.
Pullern? Wasserlassen? Aha, wenn ich also Wasserlasse, morgens, wobei ich ja sagen muss, dass sich Wasserlassen so anhört, als sei ich ein Ochse. Habt ihr schon mal einen Ochsen beim Pullern gesehen? Meine Herrn, kann ich da nur sagen.
Hans? Limbo?
Ach ja, Limbo. Ich habe also seit neuestem 12 Stunden mehr Zeit für Limbo, übers Jahr gesehen natürlich, ich will das jetzt nicht übertreiben.
Limbo, Hans, sprechen wir da von DEM Limbo, also diesem Verrenkungstanz, diesen Schlangenmensch-ähnlichen Bewegungen unter einer fünfzig Zentimeter hohen Holzlatte hindurch? Womöglich auch noch brennend?
Also von fünfzig Zentimetern weiß ich im Moment nichts. Und brennend kann ich mir nicht vorstellen, aber das Schlangenartige habe ich schon ganz gut drauf. Soll ich mal zeigen?
Ja, wir bitten darum, äh, Hans, was machst du denn da?
Ich tanze für euch Limbo, wieso denn?
Es sieht eher so aus, als würdest du ein Brot essen, Hans, ein großes Butterbrot mit Schinken.
Das ist korrekt. Der Limbo findet unter dem Tisch statt. Ein Tischlimbo mit den Fußspitzen, wenn ihr so wollt. 12 Stunden im Jahr.
Wie ein Tischfeuerwerk?
Ja, genau so.
Danke Hans. Eine Riesenschlange beim Verdauen eines Elefanten hätte das nicht plastischer demonstrieren können. Vielen Dank.
Ich kann auch Mambo. Soll ich mal?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.