Haare. Im Wind.

Meine Haare wehen im Wind. Das Leben ist schön, morgens im Cabrio mit offenem Verdeck auf dem Weg zum Flugzeug im Regen bei fünfzehn Grad. Meine Haare wehen im Wind von der Klimaanlage im Flugzeug auf dem Weg zur Arbeit, zum Beispiel auf die Malediven, ja, ich arbeite auch auf den Malediven, mittags kurz bevor der Orkan angekündigt wird und wir umgeleitet werden nach Kuala Lumpur oder so. Meine Haare wehen im Wind in Bombay, wo wir letztlich gelandet sind, im Monsunregenfeuchtigkeitsklima wehen meine Haare im Wind, immer, ich föhne und style und gele meine Haare so, dass es genau so aussieht. Meine Haare wehen im Wind auf dem Weg zum Hotel zur Suite zum Spa zur Lounge zum abendlich-flauen Barvergnügen auf dem Dach dieses Hotels in Moskau, der Stadt mit den meisten Milliardären und dem meisten Wind, abends nach der Arbeit zum Entspannen da oben auf dem Dach des Hotels. Ihre Haare wehen so schön im Wind, sagt die Kellnerin auf russisch und lächelt und ich verstehe kein Wort von dem, was sie sagt. So schön, das Leben, so schön ist das Leben mit Haaren. Ich lächle und sitze wieder in meinem Cabrio auf dem Weg nach Hause. Ich lächle und die Fliegen, diese verdammten Fliegen, klatschen auf meine strahlend weißen Zähne unterhalb meiner im Wind wehenden Haare.

Günter?
Ja, Gisela?
Ach, nichts. Ich hatte gedacht, du hättest was von Haaren gesagt.
Hab ich auch.
Blowing in the wind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.