Zweimal

Hallo Hans, lange nichts gehört. Was machst du denn so?
Ich habe eine Fenomen an mir entdeckt.
Ein Fenomen, aha. Mit Fe oder Phä?
Mit, äh, phhfhh?
Ja und? Was hast du entdeckt?
Ich mache Dinge zweimal.
Doppelt hält besser oder Alzheimer?
Nee, nee, einfach nur so. Ich steige zum Beispiel ins Auto, steige wieder aus und steige nochmal ein. Oder ich stehe morgens unter der Dusche und wasche mir die Haare. Und dann wasche ich mir die Haare ein zweites Mal. Anschließend gehe ich zum Kühlschrank und gucke nach, ob noch Wurst da ist.
Wurst?
Oder Käse. Ich stelle fest, das beides fehlt. Ich drehe mich um, kann es nicht fassen, weil es viel zu früh für einen Einkauf ist, und gucke in den Kühlschrank.
Immer noch keine Wurst?
Ja genau, woher wisst ihr das denn? Beim zweiten Blick in den Kühlschrank habe ich dann dieses seltsame Gefühl, als hätte ich das schon mal erlebt und muss an das Haare waschen denken. Das ist doch unheimlich, oder?
Déjà-vu.
Deh-Scha-Vü? Das kann ja jeder. Nee, nee, ich glaube, ich kann mich in der Zeit bewegen. Vorwärts und rückwärts.
Oha.
Ja, das hab ich auch zuerst gedacht. Aber dann dachte ich mir, wenn ich mich in der Zeit zurück bewegen kann, zum Beispiel vor das erste Mal Haare waschen, dann erinnere ich mich ja nicht daran, das ich mir schon die Haare gewaschen habe, oder? Ist doch ganz logisch. Also wasche ich sie mir noch mal. Danach fällt es mir dann doch wieder ein und ich ärgere mir so’n Hals, weil es ja total überflüssig ist, sich zweimal die Haare zu waschen. Versteht ihr? Aber zumindest ist das nicht mehr unheimlich.
Aber dann sind sie wirklich sauber, die Haare, Hans. Hast du schon mal darüber nachgedacht?
Äh, nee jetzt.
Na, denn Hans, mach das mal. Und denk dir nicht immer so ein wirres Zeugs aus. Das ist uns nämlich unheimlich.
Nee, ehrlich?
Ehrlich.

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