Außerhalb der Stadt

Außerhalb der Stadt riecht es nach Birnen, Bohnen und Speck, und die Mädchen tragen kurze Röcke im Sommer mit Fransen am Rand und oben und unten dran, und die Jungens springen mit den Füßen voran in den See, und die Mütter kochen immer Kaffee oder lassen den morgens gekochten Kaffee so lange durchheizen, bis er abends nur noch in kleinen Stücken zu trinken ist und einem das Herz zum Pumpen bringt, und die Männer arbeiten im Spätsommer nach der Arbeit noch auf den Feldern und fahren die Ernte ein, außerhalb der Stadt, da machen die Männer nichts anderes, als tagsüber in der Stadt zu arbeiten und abends die Ernte einzufahren, sie springen nicht den ganzen Tag mit den Füßen voran vom Steg in den See oder pinseln Zäune an oder tauschen tote durchgetrocknete Ratten gegen buntfarbige wertlose Murmeln, außerhalb der Stadt, da riecht es nach Birnen, weil da überall Birnen wachsen, ob man das nun will oder nicht, und Bohnen, die riechen, wie Bohnen eben riechen, wenn man mal eine durchgebrochen hat, da weiß man, wie eine Bohne riecht, so ähnlich wie frisch gemähter Rasen, und Speck gibt es, weil er so gut zu den Bohnen und den Birnen passt und schmeckt und so, außerhalb der Stadt.
So ist das da?
Ja, so ist das da.
Nee, echt?
Ja, doch. Wenn ich das sage.
Woher weißt du das denn?
Das weiß doch jeder, dass die da draußen irgendwie anders sind als hier.
Und das mit dem Kaffee stimmt auch?
Sag ich doch.
Hast du gesagt.
Hab ich gesagt.
Dann will ich da jetzt hin.

One comment on “Außerhalb der Stadt

  1. schindelschwinger sagt:

    ..und die jungens sammeln steine oder rupfen kamille oder fahren stroh für 5 bis 10 mark die stunde auf dem land, je nach größe des jungen. aber bauer peine gibt nur 5 mark. und abends spielen die jungs fußball aufm bolzplatz, der schräg nach unten abfällt, und danach gibt es manchmal buchweizenklöße mit zuckerrübensirup :), mjam!

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