Dein großes I

Dein großes I, so wundervoll, so überreich, so lieblich anzuschaun, hat soviel mehr, wie, äh, zum Beispiel, das kleine i. Oder das ö. Das kleine ö hat sowas von gar nichts, das kommt direkt nach dem Eszett, noch vor dem Semikolon. Dein großes I ist überwältigend.

Dein kleines g überrascht mich immer wieder, ein Spring-ins-Feld, ein Huschdiwusch ist dieses g, ein freudiges Ereignis, ein schön anzusehender Gedanke, ein Bild von einem Buchstaben, ein verzauberter Moment. Tausendmal bedankt für dieses kleine g.

Und dann kommt es doch noch, dein kleines i, dieses winzige Stück Wichtigkeit in der Mitte, dieses vollkommen unwiderstehliche, dieses Traubensaft-ähnliche, dieses harmonisch vibrierende, kleine, klitzekleine Fitzelchen von einem i. Ohne dein kleines i wärst du ganz ansehnlich, aber mit deinem i bist du unschlagbar.

Zum Schluss die beiden t’s, der Brückenschlag in die Zukunft, der Zauberbogen, der alles möglich macht, der liebliche Zungenschlag des doppelten t, der Lispler am Ende deines Namens, der überwältigende Abschluss einer großen Liebe. Jawohl. Dafür lebe ich, für deinen Namen bete ich dich an.

Günter?
Ja, Gisela?
Ich heiße nicht Igitt.
Mist.

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