Nachruf

Hallo. Ich sage jetzt mal ein paar Worte über, äh, wie hieß er noch gleich? Lawrence. Lawrence? Ok, von mir aus, Lawrence war also Belgier. Oder Holländer, wie mir gerade signalisiert wird, eventuell auch Luxemburger mit südafrikanischen Wurzeln. Wie auch immer, Lawrence hat sein bisheriges Leben damit zugebracht, äh, Moment, ich kann das jetzt nicht entziffern, ah, es wird klarer, ich sehe es ganz deutlich vor mir, Philatelist. Lawrence war Philatelist. War er nicht? Na, äh, gut. Lawrence war ein amüsanter Plauderer, ein adäquater Unterhalter, eine Stimmungskanone, wenn man so will. Wie ich gerade höre, hat Lawrence eigentlich nie viel geredet, ach ja? Das ist mir neu, er konnte gar nicht sprechen? Der Arme, das tut mir jetzt leid, so jung verschieden. So. Na dann, er ist gar nicht tot? Wo ist er denn überhaupt? In Übersee? Und? Was macht er da? Er nimmt an einem Hundewettrennen teil? Wie das denn? Ach so, Lawrence hat, nein er hat nicht, er ist ein Hund. Jetzt wird mir einiges klar. Da leuchtet mir auch ein, warum ich hier diesen goldenen Knorpel, äh, Knochen übergeben soll. Sie müssen wissen, ich kann ja nicht so mit Hunden, Sie verstehen, diese Haare überall und der Geruch, gerade wenn es draußen geregnet hat, nasse Hundehaare und diese Zunge, die einem liebevoll über den Handrücken schlabbert, wie eklig, äh, ja, ich soll aufpassen, was ich sage? Wieso das denn jetzt? Man wird doch noch, na gut, im Rahmen der Hauptversammlung des Hundezüchterverbandes und der Verleihung der Preise für den Hund des Jahres, und so weiter und so fort. Was heißt denn jetzt: Schnapp? Wieso Schnapp? Wuff! Jawohl! Wuff, und ich glaube, ich geh dann mal.

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