Wie alles so funktioniert.

Eines Tages, es war im Herbst, über den Wiesen lagen morgens feuchte Nebel, Raureif bedeckte Pflanzen, die leise zitterten, Hunde bellten erst ab mittags, entdeckte Lord Conroy (eigentlich Lord Conroy Earthmyst III., Nachfahre vom Hieronymus Vogelhut und der indianischen Häuptlingsschwester Kicherndes As, aber das spielte zum Zeitpunkt der Entdeckung keine Rolle), an genau solch einem klammen Morgen, der einem alten Indianer Gedanken an bitterlich kalte Winter und frierende Gesäßbacken auf frierenden Ponies unterjubelt, an solch einem Morgen also entdeckte Lord Conroy nach dem Aufstehen, er rekelte sich gerade schlafnackt vor seinem Tipi und kratzte lange und ausgiebig an sich herum (wo er kratzte, spielte keine Rolle, nicht einmal das er sich kratzte war von irgendeiner Bedeutung), da entdeckte Lord Conroy bei einem Blick auf die sich in einer Pfütze spiegelnden, gerade aufgehenden Sonne, wie alles so funktioniert und zusammenhängt in unserer Welt: Das Problem mit der Zeit, die mal langsam und mal schneller vergeht, und warum die Sonne einen blind werden lässt, wenn man sie zu lange anstarrt, was das Universum und das Kratzen gemeinsam haben, und auch, warum Frösche mal so quaken und mal anders, alles das verstand er ganz plötzlich und ganz genau. Da es aber nicht seine Art war, um solch ein Wissen viel Aufhebens zu machen, vielleicht sogar Tamtam zu schlagen oder ein lautes „Heiliges Kanonenrohr!“ von sich zu geben, nickte er der Sonne einen freundlichen Gruß zu und ging, in sich selbst ruhend und leise vor sich hin pfeifend, zurück ins Tipi zu seiner Frau und zum ersten Kaffee dieses Tages. Man sollte, das wusste Lord Conroy, auch einfach mal so was wissen dürfen, nur so zum Spaß, ohne jedem gleich davon erzählen zu müssen.

One comment on “Wie alles so funktioniert.

  1. pii sagt:

    schmunzelfreustrahlunddankfüreinschönesstückkhindianerweisheit

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