Oh, guten Morgen, du Morgen, du. Guck nicht so blöde sonnenaufgängig in nebligem Rot, zeig doch mal deine Morgenzähne, dein eisglitzerndes Strassenglättegesicht, deine Schneefalten und Kälterunzeln, dein autosummendes Aufwachgehupe, du Morgenlärm, du Aufwecker der Menschheit, du Eroberer der Schläfrigen.
Dieser glockengeläutige Weckeraufwachruf, dieses summsige Brummen, Klingeln, Hämmern im Kopf, du widerborstiger Wecker, du unnützer Zeitenschinder, du elektrisches Dings mit Ausmachknopf, du überflüssigstes Stück Wachmachgerät. Ich dreh mich einfach noch mal um und tu dich ignorieren tun.
Ach, du gottgewollter Plagegeist, du morgendlicher Harnandrang, du dreisteste aller Mahnungen des täglichen Alterns. Ich hätt’ es einfach wissen müssen: Morgens muss ich immer Müssen müssen.
Günter?
Ja, Gisela?
Ach, nichts.