Kurze Liebesgeschichten.

Als sie sich kennen lernten, waren sie beide um die siebzehn. Später war sie dann immer die jüngere.

Sie lernten sich kennen und heirateten bald. Sie fuhren einmal in Urlaub nach Sankt Moritz. Nach der Scheidung bekam sie den Wagen, das Haus und die Kinder. Er behielt die Skisachen.

Nach der Hochzeit liebten sie sich genauso wie davor. Es war nichts anders. Außer, dass er ihr keine Blumen mehr mitbrachte.

Sie war klüger, er konnte besser kochen.

Die meisten Tage ihrer sehr langen Ehe verbrachten sie Händchen haltend und auf Kissen gestützt am Fenster. Irgendwann grüßten sie nur noch die Nachbarn, die sie wirklich mochten. Sie starben am selben Tag, er morgens, sie mittags. Sie wurden mit ihren Kissen begraben. Niemand hatte je von einer glücklicheren Ehe gehört.

Er behauptete, dass sie gesagt hätte, er hätte den Verstand eines elfjährigen. Sie nickte. Er lächelte zufrieden. Mehr war nicht.

Nach jedem Streit lagen sie sich heulend in den Armen. Irgendwann stritten sie sich nicht mehr und lagen sich trotzdem in den Armen. Nur so. Für gut.

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