Der Lurchi und der Hörrikehn.

Ich träume jetzt ja öfters davon, dass ich der Lurchi bin, dieser schwarz-gelbe, feucht-schuppige Feuersalamander mit Tirolerhut, Erfindung eines LSD-umnebelten Kinderschuhentwicklers. Ich hüpfe nachts durch die Straßen, treffe mich mit Fix und Foxi, dem Wastl und dem Mecki, den Helden der Kindheit. Dazu  gesellen sich die fünf Freunde von Enid Blyton und Hanni und Nanni und die Mädels vom Immenhof. (Und selbst im Traum frage ich mich, ob Enid ein Mann oder eine Frau war und wie Eltern darauf kommen, ihr Kind Enid zu nennen.) Ich renne durch die Gegend wie diese Rennechse aus „Die Wüste lebt“, ich kann über Häuser springen wie dieser Mann aus „Immer wenn er Pillen nahm“ und bin sozusagen der Silversurfer der Vorinternetzeit, der Lurchi eben.
Und gestern fiel mir dann auf, dass ich weder in meiner Jugend noch in meinen Träumen englisch reden oder verstehen konnte. Auch kein Chinesisch oder Spanisch oder Französisch. Ich weiß gar nicht, wie ich das alles überlebt habe als Kind, so ganz ohne Fremdsprachenkenntnisse, ohne Globalisierungsknowhow und ohne Enid Blyton im englischen Original gelesen zu haben. Und jetzt frage ich dich, Gisela, ist das, was da draußen tobt und bläst und wütet und stürmt, ein Stuarm, ein Teifun oder ein Hörrikehn, oder was jetzt?

Günter?
Ja, Gisela?
Du hast geträumt. Du bist nicht der Lurchi.
Ach. Und Fix und Foxi? Sind die etwa nicht echt?
Nein, Günter.
Mist.

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