Zahlen.

Seit ich alleine lebe und nichts mehr zu sagen habe, beschäftige ich mich mit Zahlen und Zählen. Heute Nacht bin ich dreimal aufgewacht, habe mich zweimal umgedreht und bin einmal zur Toilette gegangen. Auf der Toilette war ich etwa drei Minuten. Alleine. Ich habe mir keinmal die Hände gewaschen, aber einmal auf dem Rückweg ins Bett den großen Zeh gestoßen.
Gestern bin ich dreimal am Leben verzweifelt, zweimal habe ich mich dadurch aufgerichtet, dass ich mir gesagt habe, dass es mindestens zweikommadrei Menschen in diesem Moment ähnlich oder genau so gehen muss, einmal habe ich vergessen, warum ich gerade am Verzweifeln war.
Vorgestern habe ich über den Tag verteilt sechs Menschen gesehen, die ich gerne näher kennen gelernt hätte. Drei von ihnen hatten keine Zeit, zwei wollten sich nicht auf der Straße ansprechen lassen und einer sprach nur chinesisch.
Heute morgen habe ich fünf Schlucke für meinen O-Saft gebraucht und zehn Minuten für einen Artikel über Griechen, griechische Befindlichkeiten und die griechische Geschichte. Ich hatte null Ahnung.

Gerade kam mir dann noch eine Erleuchtung: Ein frierendes Eichhörnchen und noch ein frierendes Eichhörnchen sind zwei Eichhörnchen, die sich, wenn sie sich mögen würden, ganz doll aneinander wärmen könnten. Deshalb nehme ich mich jetzt selbst in meine beiden Arme.

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