Miesepeter.

Miesepeter war der Meinung, Vokale in Wörtern seien überflüssig. Er verhunzte seinen Namen zu einem ärmlich kurzen Msptr und ärgerte sich so über Vokale im allgemeinen, dass er sein Kopfkissen knuffte, knüllte, knüddelte und vierteilte. Dann wachte er mit schlechter Laune auf.

Morgens musste Miesepeter immer. Morgenmüssen ist noch überflüssiger als Vokale, dachte er, zumindest wenn man auch schon nachts gemusst hatte.

Miesepeters Frühstück bestand aus einem Glas übriggebliebener Kapern und einem trockenen Zwieback. Die Kapern sahen aus wie Kaulquappen. Die Sonne schien. Super. Sie schien so hell, dass er die Buchstaben in der Zeitung nicht erkennen konnte. Die Zeitung war von gestern. Die von heute war mal wieder nicht geliefert worden. Draußen bellte ein Hund.

Mittags gab es nichts im Fernsehen. Nur Wiederholungen und Dekorationstipps für Frühjahrsmüde.

Nachmittags konnte er nicht schlafen, weil im Haus nebenan, über ihm, unter ihm und im Hinterhof gehämmert, gesägt, gebohrt, geschreddert, gefräst und saniert wurde.

Abends guckte er Talkshow. Er fand, dass alle, die in Talkshows etwas zu sagen hatten, Schwätzer waren, egal, welche Meinung sie vertraten. Später konnte er vor Aufregung über die Schwätzer nicht einschlafen.

Nachts träumte er dann deprimiert von einer Müllhalde.

 

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