Zum Mars.

Hans, wie geht’s, wie steht’s mit dem Sinn des Lebens?
Wir haben ja schon oft über meine außerordentlichen Fähigkeiten gesprochen: Der Mut, über die Angelegenheiten des täglichen Lebens hinwegzusehen, die unstillbare Neugierde auf das, was meine Nachbarn so machen, und meine nicht unerhebliche Bauernschläue in monetären Angelegenheiten. Ich habe auch schon daran gedacht, meine philosophischen Betrachtungen über Humor und schlechtes Gewissen (und grüne Wandfarbe) populärwissenschaftlich aufzubereiten und als Buch zu veröffentlichen. Aber, manche sagen, sie hätten das schon immer gewusst, mein eigentliches Lebensziel ist seit neuestem die Eroberung und Urbarmachung des Mars.
Ach. Der Planet Mars?
Ja. Nachdem jetzt schon so lange von den Marsmenschen und ihrem gewalttätigen Eroberungsdrang die Rede ist, habe ich mich entschlossen zurückzuschlagen. Ich erobere den Mars und pflanze Bohnen.
Du selbst, Hans?
Ja, ich persönlich.
Und wie ist es da zu verstehen, dass du die meiste Zeit des Tages im vierten Stock aus dem Fenster heraus Flugzeuge und Wolken betrachtest?
Ich betrachte nicht, ich beobachte, eruiere und erforsche die Möglichkeiten.
Welche Möglichkeiten?
Zuallererst benötige ich ja ein Fahrzeug, um zum Mars zu gelangen.
Eine Rakete?
Da ich aber nicht weiß wie man eine Rakete baut, beobachte ich und ziehe meine Schlüsse.
Weil Wolken auch, äh, fliegen?
Genau.
Wolken, Hans?
Im Prinzip, also gedanklich gesehen, imaginativ, in meiner Vorstellungskraft bin ich in etwas weniger als dreizehn Monaten oder so auf dem Mars, räume da drei Monate auf und nenne mich anschließend Oscar I., Befreier des Mars.
Wir hatten gedacht, du würdest morgen früh gleich anfangen mit der Marseroberung. Und Oscar I. klingt auch nicht sehr vielversprechend.
Wie gesagt, ich bin da noch in der Vorbereitungsphase. Vielleicht nenne ich mich auch Ottokar oder Pipin oder Echmuelda die Dritte.
Na dann ist ja alles klar, Hans.

One comment on “Zum Mars.

  1. pii sagt:

    Brauchst dann auch billige Erntehelfer Hans – zum Bohnen und Spargel stechen. Und welche, die dich in ’ner Sänfte rumtragen. Gehört sich so, wenn man Pipin, Ottokar oder ‚muelda heißt, oder wenn man Gehschwierigkeiten hat. Kannst auch anderes Zeug anbauen, dass hier unten nicht mehr (genug) wächst, weil alles chemisch ver-saut sorry -seucht ist. Und freilaufende puschelige Marshühner, ganz viele, gefielen mir auch.

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