Betriebsunfall.

Ich saß also vor dem leeren Bildschirm, bereit den Roman meines Lebens zu schreiben, mein Geist war frei, die Gedanken offen (oder umgekehrtestens), da klemmte sich mein rechter Zeigefinger zwischen P und Ü meiner bis dahin wunderbar funktionierenden Tastatur. Ich produziert PÜPÜs in Menge und dachte bei mir: Na gut, wird das eben ein Roman über das berühmte PÜ im Manne oder den KartoffelPÜ oder den schiefen Turm vom PÜ oder, aber soweit kam ich dann gar nicht mehr, weil sich die Dose mit dem Sekundenkleber selbstständig machte und über die Tastatur entleerte. Fragen Sie jemand anderen (nicht mich), wieso da eine offene Dose mit Sekundenkleber herumstand, das war so und manchmal muss man Dinge einfach hinnehmen. Das tat ich dann auch und wischte angewidert mit dem linken Daumen über das W, das selbstverständlich haften blieb. Ich flötetete nervösestens in mich hinein, fasste mit Daumen an Unterlippe und gnapse seitdem an dem nun nicht mehr am Daumen hängenden W herum (das W innen an der Unterlippe klebt und klebt und klebt). Linkerseits beschäftigte ich mich mit dem langen Leertastenbalken, den ich mir, irgendwie, ich weiß nicht  wie, an die Stirn heftete. Erregt sprangte ich aufsens und klatschtete mir den Rest der Tastatustus vor den Bauchsein. An den Fingern der rechten Hand hingen jetzt PÜÖÄ und das Zeichen #, links war ich bei AXSENBRUCH angekommen. Ich fiel in Ohnmacht ob meiner schlechten Rechtschreibung und den Unbilden des Lebens (und der Kommataste unten am Kinne). Velflucht sei dies Tastatul und dies velflixte W im Maul.
Später tapperte ich vier Stockwerke weiter unten mit wirrem Blick herum, sprach fremde Leute an und forderte sie auf, mit mir „I believe I can fly“ zu singen. Da wurde ich dann verhaftet.

 

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