Spätsommergeschmack.

Während ich gestern morgen aus dem Fenster schaute (linste, spliente, luchste), so gegen siebendreißiguhr, während sich von rechts die Augustenburger hoch die Sonne stahl (strahlte, stählte, streunerte) und gülden vom Wellblechflachdach des Kikaparadieses abprallte, während die Bäume rauschlos im fehlenden Winde die Blätter bliesen und hintereinandergestachelt im dunstig flauschigen Spätsommermorgendunst Perspektive vorgaukelten (die paar Meter bis zum Hochhaus, pah, lächerlich), während die Frau gegenüber im sechsten Stock ihre selbstgekauften Blumen gekonnt blumig arrangierte und ihr Mann sich den Bauch kratzend fragte, ob das jetzt ein Vorwurf sei, während ich lustig ein Liedchen trällernd hinaus auf den Balkon trat, die Arme weitete und die Luft einsog (saugte, subsummierte, rüsselte), während ich die Hamburger Dunstabzugshaube spielte und sich LKW-Dieselhauch, Bremsgummikrümel, Teermischmaschsommergekröse und Benzinabgasmengen in meine Lungen spülten, während Zunge, Gaumen, Rachen, Zähne sich mühsam an den morgendlichen Dreck der Stadt gewöhnten, wusste ich: So schmeckt der Spätsommer.

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