Longfellow. Dackel. Montag.

Mit vier konnte Longfellow seinen Namen tanzen, mit fünf eine Begrüßung auf Suaheli wuffen, und mit sechs war er der jüngste Dackel, der jemals in Oxford ein Philosophiestudium begann. Longfellow galt als Wunderdackel.

Im Moment lag Longfellow auf dem Rücken und spielte tote Katze in Kairo, ein Trick, der ihm schon aus brenzligeren Situationen herausgeholfen hatte. Heute, wie jeden Montag, war nämlich Waschtag. Als tote Katze in Kairo verhält man sich wie ein langhaariges braunes Kissen auf einem langhaarigen braunen Sofa. Bewegungslose Rückenlage, Kopf durchgestreckt nach oben hinten und aus der Schnauze hängt diese Katzentod imitierende Dackelzunge. Longfellow verwendete den Trick seit einer Reise nach Kairo im Jahre 1974. In dem Jahr hatte ihn seine zweite Frau verlassen (eine arrogante Pudelzicke namens Melinda). Alkohol und tote Katze hatten ihm seinerzeit über den Verlust hinweg geholfen.

Gestern hatte Longfellow übrigens vor einem raubeinigen Schäferhund seinen Namen getanzt, ohne das weiter etwas passiert war. Schäferhund sein ist auch nicht leicht.

Das alles hatte natürlich keinerlei Einfluss auf die Ereignisse des heutigen Tages. Montags war und blieb der Langhaardackelwaschtag.

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