Plausch.

Godzilla und King Kong saßen im Vorzimmer zur Hölle und unterhielten sich über die Chancen, ihrem Geschick zu entkommen. Godzilla knabberte an zwei japanischen Atomwissenschaftlern. King Kong schlug mit dem Körper der weißen Frau vergebens nach ein paar Fliegen. Nach einer Weile meinte Godzilla, die Situation stelle ihn nicht zufrieden. Das läge auch an King Kongs Image.
Was für ein Image? King Kong runzelte die Stirn. Was war noch schnell ‚Image‘?
Alle halten dich für ein grobmotoriges, furchtverbreitendes Monster, nicht für den sensiblen, zurückhaltenden Kerl, den ich kenne.
King Kong kratzte mit den zerfransten Resten der weißen Frau seinen Rücken. So hatte noch nie jemand mit ihm gesprochen. Grobmotorisch, was sollte das denn heißen?

Irgendwann zwackte Godzilla einem der Wissenschaftler einen Fuß ab und spukte ihn wie die abgebissene Spitze einer Zigarre in Richtung Höllentor: Glaubst du, dass es da drinnen wärmer ist? Findest du es nicht auch irgendwie kalt hier? Und herzlos?
King Kong hüstelte verlegen. Er wusste es nicht. Er wusste ja nicht einmal, was die Hölle eigentlich war und warum er hier sitzen und warten musste. Nur, um etwas zu sagen, fragte er Godzilla: Kannst du vielleicht Ching-Chang-Chong?
Nee, wie wäre denn Stein-Schere-Papier?

Irgendwann schlief ihre Unterhaltung ein. Godzilla lehnte den Kopf nach hinten an die Wand und britzelte ab und an mit seinem Godzillaatem die übrig gebliebenen Fliegen tot. King Kong hatte Schluckauf. Er war irgendwie nervös.

Endlich öffnete sich das Tor zur Hölle: Kommt rein Kinder, zieht eure Kostüme aus, jetzt ist Bescherung. Ich hoffe, ihr habt eure Gedichte gelernt.
King Kong erinnerte sich ganz plötzlich wieder: Das war es, das war die Hölle. Wenn man an Heilig Abend sein Gedicht nicht kannte.

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