Hund.

Mein Leben als Hund begann an dem Tag, an dem Kafkas Gregor Samsa als Ungeziefer aufwachte. Genauer gesagt, Gregor wurde Käfer, ich Cockerspaniel. Gut, dachte ich mir, Gregor wäre auch lieber Hummel oder Glühwürmchen geworden, zumindest hätte ich das gewollt, wenn ich an seiner Stelle gewesen wäre, aber Cockerspaniel? Ohren wie eine Mädchenfrisur aus den Fünfzigern, die Beine eines höher gelegten Dackels und ein Image wie aus der Waschmittelwerbung. Ach wie niedlich, ach wie süß, Sie wissen schon, wehende Haare im Zeitlupenwind auf dem Weg zu Frauchen, ein totes Frettchen im sabbernden Hundemaul, äh. Kämmen! Man wird dauernd gekämmt, weil sich Kletten und Zecken am Fell festtackern oder Äste, Wurzeln, Hagebutten und Rosenzweige ohne mich nicht mehr leben wollen. Ich hasse das. Ich hasse mein Hundeleben! Wenn es einen Gott der unheimlichen Verwandlungen gibt: Beim nächsten Mal wäre ich gerne eine Currywurst.

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