Lauter schöne Dinge.

Ich höre Alphörner, die eng aneinander gekuschelt die Ode an die Freude hupen. Ich lausche einem Schallmeyenchor, der verzückt die Hymne der Trabanten trödeliert: Walking on sunshine. Ich beobachte verliebte Humboldpinguine an der Alster sitzend nach einem großen Becher Schokoladeneis lechzen. Ich entdecke Möwen in Boxershorts mit Hahnentrittmuster und Tauben in Strickjäckchen mit goldmagentafarbenen Paillettenapplikationen. Ich schmecke die Luft, gefiltert von Bäumen, die seit hundert Jahren immer denselben Sonnenuntergang genießen. Ich trinke Wasser aus Eisbergen, die ihre Gletscher noch freiwillig verlassen haben. Meine Füße treten auf Sand, weicher als frische Marshmallows und softiger als Moos, das am Rande eines klaren Waldbaches in einer schattigen Kurve aufgewachsen ist, begleitet von den himmlisch flirrenden Flügelschlägen des blaubrüstigen Eisvogels. Ich habe volles, gesundes Haupthaar, um das mich jeder beneidet.

Günter?
Ja, Gisela? Kann ich etwas für dich tun?
Du hast kein volles Haupthaar, schon seit Jahren nicht.
Ach, echt?
Echt, ehrlich.

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