Moin, Sohn.

Big Dodo hatte einen salbungsvollen Tag. Er blickte morgens salbungsvoll am Holstenplatz auf die zur Arbeit strömende Menge Fussvolks hinab, rüber zum Eingang des Musical Theaters, ob es dort etwas Erwähnenswertes zu entdecken gäbe. Dem war nicht so. Vormittags trotzte Big Dodo der Sonne einen finster zusammen gekniffenen Blick entgegen, bewegenden Hauptes das salbungsvolle Zeichen der Enthemmten in die Luft drapierend. Es passierte nichts Aufregenderes, als dass einer verwirrten Möwe der Schrei eines wütenden Löwen entfuhr. Mittags nickte Big Dodo den aufreizend gekleideten Schwestern Halliballi entgegen, salbungsvoll daran denkend, dass beide Schwestern nicht nur verheiratet waren, sondern auch unter dem Schutz von Hugo dem Schrecklichen standen, der tatsächlicher Weise Günni hieß, in den Siebzigern nach Hamburg gekommen war, um für den Weltfrieden zu beten, und die Schwestern Halliballi nur vom Sehen kannte.
Abends dann meinte Big Dodo zu Le Bart: Mein Sohn, man bringe mir ein Bier! Das sprach Big Dodo mit einer an Salbungsvollkommenheit kaum zu überbietenden Stimme, die eher an eine knarzende Kirchentür als an einen orakelnden Priester denken ließ, so das Le Bart ‚Moin, Sohn!‘ verstand, sich aber nicht weiter wunderte und, als stiller Teilhaber von Ausdruckskraft und salbungsvoller Hoheit, Big Dodo sein Bier reichte. Dieser segnete ihn mit dem Zeichen des Zorro und nickte wissend in das weite Rund des Holstenplatzes. Manche Tage sind eben so und manche Tage anders.

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