Dufte.

Die Kuh hieß Abraxas Madame von Hohenlohe-Duffenstein, genannt Dufte, und stand letzten Donnerstag im vierten Stock vor der Tür. Warum, erklärte mir dann der DHL-Mann: ‚Wir liefern alles, inklusive geerbte Tiere. Vermutlich ist eine Tante verstorben? Bitte hier quittieren.‘ Es dauerte zwei Tage bis ich Dufte nicht mehr als „die Kuh“ bezeichnete.

Eine Woche später machten Dufte und ich den ersten Ausflug in die Innenstadt. Ich brauchte Tee, Dufte bestand auf einen Abstecher zum Karstadt, sie suchte Stoff für ein Batman-Kostüm zu Halloween. Der Kauf scheiterte schon am Eingang da Dufte gerade verdaute und entsorgte. Wir wurden von einer freundlichen Stoffefachverkäuferin abgewiesen: ‚Oh, unser Häufchen machen wir heute lieber draußen, ok?‘

Gestern war ich mit Dufte im Schwimmbad, anschließend gab es vegane Döner in der Schanze und einen Besuch im Haus 73 mit zwei Stunden Improtheater. Taxi zurück nach Hause ging nicht, in den Bus passte Dufte weder vorne noch hinten, also eine Station S-Bahn von Sternschanze bis Holstenstraße.

Mittlerweile ist Dufte meine beste Freundin. Hatte ich schon erwähnt, dass ich kein Fleisch mehr esse?

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