Rollkragenpullover.

Dufte, die bekannte schwarzbunte Kuh aus der Gegend um Niebüll, scheuerte gerne ihr Horn am Türrahmen bei uns im vierten Stock. Sie hörte in der Bibliothek Dylan-Bootlegs und trug zu ihrem Batmankostüm schwarze Rollkragenpullover. Gestern erklärte sie sich solidarisch mit-was-auch-immer und baute bei uns im Wohnzimmer eine Lehmhütte. Der Lehm kam von einem russischen Exilanten aus der Schanze, der sein Geld mit Aufräumarbeiten nach den vierteljährlichen Krawallen verdiente. Duftes Rollkragenpullover verbandelte sie ganz existentialistisch nicht nur mit dem alten Satre, sondern auch mit dem aktuellen Bond, diesem Rollkragenfetischisten, diesem philosophischen. Rollkragen ist nämlich In, Inner geht nicht. Noch Inner war nur unser abendliches Lagerfeuer vor der Lehmhütte im Wohnzimmer mit gegrillten Vegieburgern, und spontan entwickelten, völlig absurden Spukgeschichten. Zum Nachtisch erwartete Dufte gerne in „Fiji Natural Artesian Bottled Water“ gegarte Bioshrimps aus einer Naturwasseraufzucht nahe Brunei. Dazu hauchdünn geschnittene hawaiianische Zitronenscheibchen in einer Anmutung von Vinaigrette aus den Niederungen der französischen Alpen. Dufte war, man darf es so sagen, eine lebenslustige Luxuskuh. Und wenn ihr danach war, hauchte sie ein leises „Hach, Kuhsein ist wunderbar.“ Das fand ich dann auch.

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