Hocker II

Samstags fuhr der kleine Mann mit der Linie Drei bis zum Rathausmarkt, ein orangenfarbenes Metallhöckerchen untergeklemmt, und startete einen nicht öffentlichen, sehr leicht zu übersehenden, ziemlich erfolglosen Sitzhockerflashmob. Eine ganze Viertelstunde saß der kleine Mann von niemandem beachtet vor dem Rathaus und fuchtelte mit den Armen, als hieße es, die Welt zu bewegen, bis er endlich auf das Höckerchen stieg und dem nächstbesten an die Brust reichend ein mißliebiges Ächzen entgegenschleuderte. Da auch das nicht beachtet wurde, fuhr er wieder nach Hause. Diese Momente, so reimte er sich das zusammen, waren es, die jemanden wie ihn auf das wirklich harte Leben vorbereiteten. Das war ganz großer Protest.

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