An was ich alles denken muss.

Hans, lange nicht von dir gehört! Wie geht es dir?
Gehtso.
Ach?
Ja, ich wurde gefragt, mit welchen Gedanken ich in den Tag gehe.
Und? Was ist daran Gehtso?
Ich denke als erstes an „Nasenhaare schneiden nicht vergessen“ und überlege mir drei tödliche Krankheiten, die von Hausstaubmilben verursacht werden.
Aha.
Ich darf nach 18.00 Uhr nichts mehr essen, insbesondere Chips, Flips und irgendwas mit oder ohne Nüsse mit Honigmantel. Und ich muss wählen gehen, falls Wahlen anstehen, ansonsten nicht. Ich denke an Sportarten, die ich freiwillig machen könnte. Ich denke an Duschen mit hinter den Ohren und zwischen den Zehen waschen, an den Zuckergehalt von Fertigpizza und ob ich morgens noch länger müde bin als abends. Ich zähle fünf Mittel gegen Hausstaubmilben auf, die nichts mit Saubermachen zu tun haben, darunter Töten-mittels-Gedankenübertragung. Ich schätze meinen Puls, den meiner Frau und den eines Politikers. Ich versuche, ein ganz langes Wort zu finden, nur mit O’s: Notstromprobenproblem, und eines mit drei ü’s: Stützstrümpfehüpfen.
Ach. Und das alles morgens nach dem Aufstehen?
Ja. Schlimm, oder?