Der Faden.

Ich trage also heute Abend Lieder aus Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band vor. Kein Problem. Ich deklamiere auch das Telefonbuch, wenn’s not tut, den Ikea Katalog, den Duden. Na gut, also die Beatles. Wie spricht man Sgt. aus? Und was soll das überhaupt heißen? Sgt. Pepper’s? Ist das die Frau aus Ironman? Gwyneth Pepper, oder wer? Die mit dem Robert Downey Jr., der auch den Sherlock im Kino macht, also nicht der Cumberbatch-BBC-Sherlock, sondern die Pepper vom Kinosherlock als Ironman? Die ist doch so dünn, meine Güte, warum sind die bloß alle so dünn im Kino? Orson Welles war schließlich auch nicht dünn. Wußten Sie, dass das Filmplakat zu Welles Film „Im Zeichen des Bösen“ (mit Charlton Heston), beim Dr. Wilson, dem Partner von Dr. House, im Büro hing? Und das Dr. Wilson einer der Schüler im Club der toten Dichter war, mit Robin Williams als Lehrer? Ach, das wußten Sie? Ich dachte von wegen Club und so, Sie wissen schon, Hearts Club Band. Gut, dann trage ich jetzt Hello Goodbye vor, das gar nicht auf Sgt. Pepper’s drauf ist: You say goodbye und I say hello. Hello, hello. I don’t know why you say goodbye, I say hello. Tschuldigung, hat jemand vielleicht eine Tröte dabei? Eine Zimbel? Irgendetwas, dass richtig viel Lärm macht? Ein Trampolin? Ein Ruderboot? Ich glaube, ich habe irgendwie den Faden verloren…

Suchen und Finden

„Hallo Hans, alles fit?“
„Ich esse gerade Knäckebrot, wenn ihr das meint.“
„Nein, Hans, das meinten wir nicht, aber ist nicht schlimm. Hast du uns vielleicht etwas mitzuteilen?“
„Knäckebrot krümelt und ist trocken im Mund.“
„Danke, Hans. Aber einen Sinnspruch hatten wir uns eigentlich anders vorgestellt. So etwas mit Tiefgang und Seele und so. Du weißt schon.“
„Ich sage nichts.“
„Komm schon, bitte.“
Die erste Hälfte unseres Lebens suchen wir, die zweite Hälfte versuchen wir das Gefundene zu verstehen.
„Meine Güte Hans, give me five, jippee yeah! Wahnsinn, wie du das immer wieder schaffst.“

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Und ein witziges Video, gefunden bei Stefan Niggemeier

Nachträge und Musik

Hier noch ein Nachtrag zu unserem gestrigen Gespräch mit Hans über Perfektion.
„Hans. Wir haben vergessen, Dich noch nach den perfekten Worten zu fragen. Fallen Dir da vielleicht welche ein?“
„Würgen, Würgemale und Würgeschlange würde ich sagen.“
„Danke Hans. Vielen Dank.“
„Gürtel und Ranzen. Mein absolutes Lieblingswort ist Ranzen.“
„Danke Hans, das genügt uns.“
„Und natürlich: Proporz. Das mag ich auch. Ich finde fast alle Wörter, bei denen man sich irgendwie fast übergeben muss, sind perfekte Wörter.“
„Wir gehen jetzt, Hans. Du bist schon etwas seltsam, dass weißt Du doch, oder?“

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Lieblings-CD der Woche: „Post Electric Blues“ von Idlewild. Davon die Lieder „(The night will) bring you back to life“ und „Take me back in time“.

Von Idlewild gibt es ein paar Videos bei YouTube (leider keines der obigen Lieder, die sind von der aktuellen CD). Ein etwas älteres, sehr schönes ist dieses hier:

Die Halbwahrheiten des Johnny Caruso

Wieder Titel und Plot für ein neues Buch: „Die Halbwahrheiten des Johnny Caruso“

Johnny Caruso, ein gehbehinderter mittelmäßiger C++ Programmierer, schafft es, bei einem Talent-Award (nicht DDSDDSDDS oder wie das heißt) den zwölften Platz von vierzehn steppenden Teilnehmern zu ergattern, indem er lügt, dass sich die Balken biegen. Unter anderem behauptet er, der Rollator, mit dem er sich auf die Talent-Award-Bühne schiebt, gehöre seiner kranken Mutter, seine schiefe Hüfte sei eine Sportverletzung und Denny Crane eine Erfindung des hollywoodianischen Film-Establishments. Johnny wird berühmt und tritt in diversen Talkshows auf. Nach einiger Zeit gilt er als „Stil-Ikone“ für irgendwas aus den 70ern.

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Ich werde in letzer Zeit des Öfteren gefragt, wie man „des Öfteren“ schreibt, mit großem oder kleinem ö?

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Eigentlich werde ich in letzter Zeit des Öfteren (genauer gesagt: einmal vorgestern) gefragt, wer denn dieser Denny Crane ist, von dem hier immer wieder (genauer gesagt: einmal vorgestern) gesprochen wird. Ich kann dazu nur die Gegenfrage stellen: Wer ist Michael Jackson? Gab es ihn wirklich oder ist er eine Erfindung des Musik-Establishments? Und wer ist Bob Dylan? Ist es wahr, dass Bob Dylan eine Weihnachtsplatte herausgebracht hat? Ja, ist es.

Was mich am Jahresende irritiert

Jedes Jahresende gibt es in der Beilage „Live“ des Hamburger Abendblatts eine Auflistung „Die fünf CD’s des Jahres“, „Song des Jahres“, usw. Die Beurteilungen kommen von mir völlig unbekannten Menschen mit zumeist lachenden Gesichtern. Das stört mich überhaupt nicht, dass die lächeln.

Was mich irritiert sind die von den 15 Leuten jeweils genannten fünf CD’s des Jahres. Letztes Jahr kannte ich von etwa 75 genannten CD’s drei. Da konnte ich mir auf die Schulter klopfen. Dieses Jahr kannte ich eine CD. Das Schulterklopfen fiel entsprechend kurz aus. Ich komme mir so blöd vor, wenn jemand sagt, dass seine 5 CD’s des Jahres lauten: Fiery Furnaces: „I’m Going Away“; Flight Of The Conchords: „I Told You I Was Freaky“; Tafo Bros: „Plugged in Pakistani Pops“; Lee Fields: „My World“; Tor: „Illnoize“. Alle genannt von Gereon Klug, Hanseplatte. Ich kenne weder die CD’s, noch die Interpreten, noch Herrn Klug oder Hanseplatte. Verflixt nochmal. Mein nächster Blog-Eintrag wird etwas über Lotus Notes, den Lotus Enterprise Integrator, einen SAP Connector und ein SAP GUI. Das versteht dann auch keiner.

Ich habe allerdings beim Abendblatt Online die Rubrik „CD-Review“ gefunden, dort sind viele der genannten CD’s aufgelistet (nur nicht die von Herrn Klug):
http://www.abendblatt.de/kultur-live/cd-review/