Halber Mond.

Hallo, ja, hier ist der Telefon-Bernd. Ich wollte nur kurz fragen, ob Sie letzte Nacht den Mond gesehen haben. Nein? Und Ihnen ist auch nichts aufgefallen? Nicht. Gut, dann teile ich Ihnen jetzt mit, dass dem Mond eine Hälfte fehlt und sich diese Hälfte in meinem Besitz befindet. Sie könnten diese Hälfte von mir kaufen. Daran hatten Sie noch gar nicht gedacht? Ich meine ja nur. Sie könnten, wenn Sie wollten.
Wie ich das gemacht habe mit der Hälfte? Ich habe mich natürlich angestrengt, was denken Sie denn? Ich würde Ihnen meine Mondhälfte für die Hälfte überlassen, halber Mond, halber Preis. Selbstverständlich hat er Kratzer. Und Mondstaub. Was Sie mit einem kaputten Mond anfangen sollen? Das ist ein halber Mond, kein kaputter. Und meine Güte, was macht man schon mit einem halben Mond. Konkret, meinen Sie? Na, Sie malen ihn bunt an und laufen drum herum, dann hält man Sie für einen Künstler. Oder Sie legen ihn in den Garten und verlangen Eintritt: Willkommen auf dem Mond! Halbmond, na gut. Ach, Sie haben gar keinen Garten? Klar, Balkon ginge auch, vielleicht hochkant oder so.
Also gut, Sie nehmen die Hälfte und ich packe noch Spax-Schrauben und Dichtungsmasse dazu zum Festmachen. Und ein Ruderboot bekommen Sie auch noch, von mir aus auch den Gasgrill. Und sicherlich können Sie so tun, als seien Sie der erste Mensch auf dem Mond, dieser Buzz, oder wie der hieß. Armstrong, genau, Buzz Armstrong. Ein kleiner Schritt für den Buzz, ein großer Schritt für Sie.
Klar können Sie auch Ihre Frau auf den Mond schicken, Schwiegermutter dazu, und die Nachbarn mit ihren Hunden, kein Problem. Wenn’s unbedingt sein muss, verpacken wir ihn auch noch als Geschenk. Abgemacht, der halbe Mond geht dann morgen an Sie raus. Grüß Gott.

Telefon-Bernd.

Ja. Hallo. Hier ist der Telefon-Bernd. Was kann ich für Sie tun? Das geht doch nicht. Telefon-Bernd. Wer meldet sich denn so? Ist ja klar, dass der jetzt aufgelegt hat.

Hallo, hier ist der Bernie. Meine Güte, so schnell kann man gar nicht auflegen.

Hallo, mein Name ist Bernd. Bernd Bond. Wieso lachen Sie denn jetzt so scheckig, ich erledige hier nur meine Aufträge. Ach, Sie hatten eine Frage? Na, das ist jetzt aber. Ob man Buchsbaumhecken zweimal im Jahr schneiden kann? Ich glaube, es hackt. Mein Name ist Bernd Bond, nicht Bonnie Bonduelle. Die rufen Sie jetzt bitte mit der Durchwahl 36 an, die hilft Ihnen weiter. Nee, dafür nicht.

Hallo. Hier ist der flotte Bernd. Sie hatten um Rückruf gebeten. Ach, Sie waren das gar nicht? Kann ich trotzdem etwas für Sie tun? Ich soll Sie wilde Tiernamen nennen? Wieso dass denn jetzt? Ach ja, das ist ja die hotte Hotline. Also, Sie wünschen einen wilden Tiernamen. Etwas schmutziges. Hmh. Moment, ich überlege noch. Ich habs: Wildsau. Soll ich noch mal? Aufgelegt. Mist, das ist heute wirklich nicht mein Tag.

Hallöchen. Hier spricht der Bernd. Ich rufe Sie an, weil, nein, ich spreche jetzt nicht für mich, sondern für alle Verzweifelten dieser Welt. Sie sind gar nicht verzweifelt? Wie geht das denn? Vielleicht ein ganz kleines bisschen? Eine Sorge, ein Kummer, ein Kümmerchen? Dann weiß ich jetzt auch nicht. Sie standen ganz oben auf meiner Liste.

Hallo? Hier wäre der Bernd gewesen, der Telefon-Bernd.